Die Faszination der Vergangenheit

Beim Sortieren des Nachlasses meines Vaters bin ich auf Dateien aus der Familienchronik gestoßen. Zu meinen schönsten Erinnerungen gehört das Durchforsten von uralten Kirchenbüchern und Friedhöfen mit meinem Vater, auf der Suche nach unseren Ahnen.
Auch jetzt wieder liest sich das alles spannend. Man denkt ja nicht täglich an alle die unzähligen Zeiten und Menschen, die uns zu dem machen, was wir sind und von denen allen noch etwa sin uns lebendig ist. Gut, mal daran erinnert zu werden.
Hier ein kleiner Auszug:

Die Herkunft der Hollener KÖLLE-Sippe

Die ältesten Hinweise auf Träger dieses Namens in dieser Gegend entstammen einer alten Steuerliste, dem sogenannten „Bedeschatz von 1521″ und aus einer Personenliste „Der Herrschaft Leute“ aus dem Jahre 1530″. In dieser Steuerliste wird für Heinrich Kollinck eine Steuer von 3 1/2 Gulden festglegt, was damals dem Preis ei¬ner Kuh entsprach. Dieser Heinrich Kollinck lebte in Hibben (Amt Stolzenau) etwa 20 km südwestlich von der Weser. Dieser Fami¬lienzweig war dort länger ansässig, denn im Dienstregister von 1581 wird ein Johann Kollinck und in einem Verzeichnis der Dienstleute des Jahres 1583 ein Claus Colling erwähnt. Im Mann¬zahlregister des Jahres 1638 werden die Erben des Kötners Cord Colling und im Viehregister von 1719 die Erben von Claus Kölling aufgeführt.- Die uneinheitliche Schreibweise war damals eher die Regel als die Ausnahme, da die Namen häufiger durch das Wort als die Schrift weitervererbt wurden. Anfang des 17. Jahrhunderts taucht ein Zweig der Familie am nördlichen Stadtrand von Nienburg in Drakenburg auf. In der Erb¬huldigung von 1653 werden Dietrich und Hermann Kölle als Ein¬wohner aufgeführt. Dieser Familienzweig lebte dort noch längere Zeit, denn wir finden die Erwähnung der Familie Kölle sowohl in der Genealogie des Jahres 1673/74 des Amtes Liebenau, als auch in der Mannzahlrolle des Jahres 1731 (Johann Dietrich Kölle).

In Bücken (10 km nördlich von Drakenburg) wird im Lagerbuch von 1583 eine Familie von Cöllen aufgeführt, es ist aber unwahr¬scheinlich, daß diese Familie zur engeren Sippe gerechnet werden kann. Unter anderem taucht der Name eines Harbart von Köllen in dem Lagerbuch von 1628 auf. In der Erbhuldigung von 1653 und 1667 wird ein Harbart von Cöllen als Bürgemeister von Bücken bezeichnet. Es ist sicher eine interessante Aufgabe, der Herkunft dieser Familie nachzugehen.
In dem gleichen Lagerbuch des Amtes Hoya (1583), das nach einer Überarbeitung auch die Namen der ansässigen Bauern enthält, taucht in Wienbergen acht km nördlich von Bücken ein Klein¬brinksitzer namens Johann Cord Kolle auf , der vermutlich der Sippe zugerechnet werden muß. Im Lagerbuch der Kirchspiele Asendorf, Eystrup und Hassel derselben Zeitperiode kann ein Ditmer Collingh als Brinksitzer in Martfeld mit dem Vermerk „früher Hinrich zu Holn“ gefunden werden.

Ein Hausbuch des Kirchspiels Eitzendorf aus dem Jahre 1647 weist den Namen des Kleinbrinksitzers Heinrich Cöllen auf. Es könnte durchaus sein, daß die Kölle’s zuerst in Eitzendorf siedel¬ten, bevor sie nach Martfeld kamen. Aber schon im Hausbuch von 1665 finden wir als Brinksitzer in Hollen Ditmer Cölling. Die Erbhuldigung von 1667 enthält die Namen von: Cord Cölling, Brinksitzer in Martfeld, Heinrich Cöln,Brinksitzer in Eitzendorf, Detmar Cöllingh, Brinksitzer in Kleinenborstel. In einem Verzeichnis der Gutsleute der nicht-landesherrlichen- Gutsherren von 1764 ist schließlich der Name von Cord Meyer- Kölle zu finden. In einem Höfeverzeichnis aus der Zeit um 1740 können wir den Namen von Johann Kölle, später gefolgt von sei¬nem Sohn Johann Albert Kölle (Großbrinksitzer) verzeichnet fin¬den und haben damit den direkten Anschluß an unsere Kölle-linie, die dann in den Kirchenbüchern dokumentiert ist. Daß der Name Kölle im 18. Jahrhundert in der Gegend um Martfeld bereits recht häufig war, geht auch aus der Feuerstättentabelle von Vilsen aus dem Jahre 1850 hervor, in der Johann Kölle (1734), Hinrich Kölle (1781), und Friedrich Kölle (1815), alle aus Kleinen¬borstel, eingetragen sind. in einem Verzeichnis der Häuslinge aus dem Jahre 1796 finden wir einen Hinweis auf den Häusling Johann Heinrich Kölle.

Das von dem Küster der Kirche in Martfeld geführte Taufregister, das allerdings nicht sehr sorgfältig geführt wurde und sehr schwer leserlich ist, beginnt mit dem Jahre 1692. Die vollständi¬gen Kirchenbuchregister beginnen dagegen erst 40 Jahre später, so daß erst seit dieser Zeit als zuverlässig geltende Daten vorlie¬gen. Mit Sicherheit können wir unseren Familienzweig der Holle¬ner Kölles ohne Lücke zurückführen auf das Ehepaar
Johann Albert CÖLN (Cöln) – Margarete Adelheit HAVERS (Haber)
geboren: 7.1..1728 Hollen geboren:10.5. 1734 Kleinenborstel
gestorben: 29.1.1778 Hollen gestorben: 13.10. 1774 Hollen
vermählt am 23. 12. 1763 in der Kirche zu Martfeld

Sanfter Anfang

2012. Ein möglicherweise ganzes neues Jahr voller Zukunft, was für ein Geschenk. Es fängt an, wie das alte aufhörte: Mit zehn Grad plus, mit Rosen, Ringelblumen und Mücken, und einem sanften warmen Regen bei Windstille. Mir gefällt es. Da wir seit Jahren alkoholfrei Silvester feiern, erlebe ich den Tag ohne Kopfschmerzen und mit klaren Augen. Nicht allen scheint es so zu gehen, denn die Straßen, durch die ich in der milden, silbern schimmernden Dämmerung spaziere, sind menschenleer. Nur feuchte Papierfetzen liegen dort, die Überbleibsel der bunten Sterne am Himmel von gestern, die daran erinnern, wie flüchtig Träume sein können, kurz, hochfliegend und funkelnd. Ich will sie alle sehen, genießen, solange sie da sind, die funkelnden Augenblicke, Berührungen und Gedanken. Seit dem Tod meines Vaters ist alles noch kostbarer, zerbrechlicher, tiefer geworden. Ich will das Schreiben ernster nehmen in diesem neuen Jahr, mehr schaffen. Es wird Veränderungen geben, und es ist unsicherer geworden was morgen ist. Aber schreiben will ich, und das Leben über allem nicht vergessen.
Die Sterne von gestern sind verloschen, aber eine Kerze kann man sich immer anzünden. Ich freue mich auf das Jahr, egal, was es bringen mag.

Winter-Garten

Noch nie haben im Dezember die Rosen so schön, ausdauernd und duftend geblüht. Dass mal eine Knospe vom Herbst übrigbleibt und verspätet aufblüht, das gab es wohl, aber dass sie ständig neue Knospen schieben – das nicht. Und dann dieser Duft. Er hat etwas ganz Besonderes, vielleicht nur im Kontrast zu der klaren Winterluft, die so wintrig eben nicht ist in diesem Jahr. Und die Rose ist nicht allein. Es gibt schon – fast – Schneeglöckchen, aber es blühen auch noch Ringelblumen – auch mit neuen Knospen. Die Kugeldistel hat ebenfalls eine neue Knospe, die Geranien auch. Alle diese Aufnahmen stammen vom 24. Dezember. Ich mag zwar weiße Weihnachten – aber die hatten wir im letzten Jahr. Dieses Jahr genieße ich das Weihnachten der Dezemberrosen.

Weihnachtswald-Adventskalender

Der diesjährige Adventskalender für meine Mutter ist ein Weihnachtswald. In einem aufgeschnittenen Pappkarton wurde die Rückwand mit Styropor und buntem Papier verkleidet. Auf den Boden wurden mit Tesafilm aufrechte leere Toilettenpapierrollen fixiert, in welchen die Schokolade versteckt wurde. Um die Rollen herum wurde Watte ausgelegt, auf die Rollen verzierte Hütchen aus Weihnachtspapier gestülpt.
Alle andere Deko ist optional, hier habe ich zwei Glasbäume mit einer Minilichterkette darin hinzugefügt und eine ebenfalls beleuchtete kleine Holzkirche, eine Krippe mit Rehen, einen Iglu, einen Schlitten. An der Rückwand wurde auch eine batteriebetriebene Lichterkette befestigt, nebst weiterer Schokolade. Die kleinen Dekobäume haben einen Stamm aus Pralinen bekommen.
Die Schokolade wurde nicht nummeriert. Statt dessen darf man, wenn ein Stück gegessen wurde, jeden Tag einen goldenen Stern auf die Rückwand kleben.
Da die Papprollen recht geräumig sind, kann man auch für mehrere Leute befüllen.