Sommerträume

Ich mag Winter. Ich mag eiskalte klare Luft und eine Welt, die weich im Neuschnee schläft. Doch je älter ich werde, desto eher beginne ich, mich nach dem Frühling zu sehnen. Heute aber überspringe ich den Frühling und träume aus irgendeinem Grunde von einer meiner Lieblingssommerblumen.

glorytrichter

Wenn die Winde blüht, hängt der Himmel voller kleiner Grammophontrichter und ich bilde mir ein, tonlose Musik zu hören, die Musik des Lebens selbst. Auf diesem Foto hing die Blüte zu hoch, sie war dem Himmel so weit entgegengekommen, dass ich sie nicht erreichen konnte. So habe ich sie von unten fotografiert und es wirkt, als sei sie in einem Zwiegespräch mit dem Himmel, das man auch besser nicht stören sollte.
Noch ist der Boden steinhart gefroren und es wird Geduld brauchen, bis ich die Samen am Zaun verstecken kann. Dann muss sie monatelang gegossen und gedüngt werden, bis sie den Himmel erreicht, Zentimeter für Zentimeter. Wir erobern den Himmel zusammen. Teamwork. Ich freue mich darauf. Immerhin ist alles schon da, genetisch gespeichert in einer streichholzkopfgroßen Kugel. Die Blume muss sich den Kopf nicht zerbrechen, sie kennt ihre Aufgabe. Fast bin ich ein wenig neidisch. Vielleicht muß ich mir aber auch nur ein Beispiel an ihr nehmen und warten, um dann Stückchen für Stückchen voranzukommen.

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