Zugehört

Gestern fand eine Lesung aus meinem Buch „Die Füße der Sterne“ statt.
Ich gebe zu, ich war ziemlich aufgeregt. Es war meine allererste Lesung überhaupt – und es war für mich seit meiner Kindheit ein Trauma, vor einem Publikum sitzen oder stehen und auch noch reden zu müssen. Das hat mir fast die ganze Schulzeit vermiest, vom Studium ganz zu schweigen.
Zum Glück gibt es da meine wunderbare Freundin und Kollegin Bettina Buske, die professionelle Märchenerzählerin und „Rezitante„. Sie hatte sich bereit erklärt, die Geschichten zu lesen, so dass ich wenigstens nur ein paar einleitende Worte sagen und nachher Fragen beantworten mußte. Schlimm genug ! 🙂
Doch dann erlebte ich eine Überraschung. Das Publikum hörte so interessiert zu, lachte und schmunzelte an genau den richtigen Stellen oder bekam feuchte Augen, kurzum, war so offensichtlich gefangen von den Geschichten dass ich meine Angst verlor und nur noch beglückt war. Bettina – bei der ich mich auch hier nochmals herzlich bedanken möchte – hat das so wunderbar gemacht, und offensichtlich waren auch die Texte gut genug – jedenfalls schwappte mir danach eine wahre Welle der Begeisterung entgegen. Ich hätte sie in einen kleinen Jungen verwandelt, dann in eine mittelalterliche Dame und wieder zurück, sie hätten wirklich geglaubt, an dem Meer zu stehen, unter jenem Zitronenbaum zu sitzen, einen Graben zu buddeln etc etc. Man hätte sich so schön fallenlassen können in die Geschichten, hätte alles sehen und riechen können, und bei aller Glaubwürdigkeit und Geradlinigkeit der Charaktere sei dennoch soviel Poesie darin gewesen.
Ich war sehr bewegt und sehr erstaunt über diese Reaktionen und weiß nun wieder, wofür ich schreibe, auch wenn es schwer ist, überhaupt Bücher zu verkaufen. Mein Kindheitstrauma habe ich mit diesem Erlebnis nun auch annähernd besiegt. – Im Sommer durfte ich meinen Verleger Dr. Ronald Henss kennenlernen; er war auf der Durchreise und wir trafen uns für eine Stunde auf dem Berliner Hauptbahnhof. Wäre das gestern gewesen, hätte ich den armen Mann wahrscheinlich umarmt und etwas ähnliches wie Walzer mit ihm mitten auf dem Bahnsteig getanzt.

lesung

Eine interessante Erfahrung waren auch die Lach-Yoga-Übungen, die von Frau Josefine Grimmer in der Pause angeboten wurden.
Bettina Buske und ich wurden am Ende um mindestens zwei weitere Lesungen gebeten, eine irgendwann im Sommer und eine im Herbst bezüglich meines Weihnachtsbuches „Der Weihnachtswind„. Obendrein wird einer in seinen Seminaren Geschichten aus „Die Füße der Sterne“ verwenden und eine andere in ihrer Frauengruppe. Das alles macht Mut!
Es war einfach ein wunderbares Gefühl zu sehen, mit was für einem Lächeln die Menschen nach Hause gingen und mit der Versicherung, wir hätten ihnen einen ganz besonderen Sonntagvormittag geschenkt.
Viele hätten das Buch übrigens auch gern als Hörbuch erstanden. Ihnen mußte ich mitteilen, dass wir den Gedanken zwar schon hatten, aber das erst noch sehr viele Bücher verkauft werden müssen, ehe sich eine Hörbuchproduktion finanzieren ließe. Vorerst muß man die Geschichten also noch selbst lesen – oder zu einer Lesung von Bettina Buske gehen.

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  1. Gratuliere zur ersten Lesung. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie nervenaufreibend das ist. Um so schöner sind die Minuten danach. Ich wollte auch schon ein hörbuch versuchen. Aber du hast recht. Zuerst muss man viele Bücher verkaufen, bevor man sich das leisten kann. Ich wünsche Dir viel Glück dazu.

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