Berliner Grenzverlauf (Gedicht)


Berliner Grenzverlauf
(c) Patricia Koelle
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der Autorin

Die Mauer bauten Menschen mit der Hand
auf dass ihr Land aus Angst gespalten sei
erst später fällt das Volk sie mit Verstand
fand sich nach langem Zweifel plötzlich frei

Die Mauer war jahrzehntelang Entsetzen
war Schweigen, Misstraun, Ohnmacht, leise Wut
zerriss viel Leben gnadenlos in Fetzen
hat Hass und Tod gebracht und schließlich Mut

Die Mauer war ein hartes, dunkles Zeichen,
ein Hintergrund der irrtümlichen Thesen
doch helle Einsicht ließ sie friedlich weichen
noch heute suchen wir daraus zu lesen

und aberhundert Fragen bleiben stehen
warum das Unding jemals ward errichtet
weshalb wohl alle Zeiten Mauern sehen
wieso die Menschheit auf sich selbst verzichtet

Die Mauer läuft als eine kalte Narbe
nun ewig durch die lebensfrohe Stadt
ein bittrer Strich von unlöschbarer Farbe
den still man einstmals zu verzeihen hat

Eine hervorragende Darstellung und Erklärung der Grenzanlagen findet man hier.

Geschichten über den Mauerfall und das Leben vor, mit und nach der Mauer finden sich hier:

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