Dichterküche

Meine Küche ist nun endlich fertig renoviert und eingeräumt. Seit ich vor fünfzehn Jahren in dieses Haus gezogen bin, habe ich mich über die häßlichen dunkelgrünbraunen Dschungelkacheln vom Vorgänger geärgert und über die wartezimmergrüne Arbeitsplatte. Nichts gegen Grün, aber da paßte es einfach nicht. Inzwischen war auch der Fußboden durchgelaufen und zerrissen, von dreckiger Tapete ganz abgesehen. Die obere Schrankzeile löste sich auf, außerdem habe ich mir immer den Kopf daran gestoßen und konnte mit meinen 1,65 die oberen Fächer ohnehin nicht nutzen.
Ich wünschte mir eine Dichterküche: eine, die kein kaltes Neonlicht mehr hat sondern was Warmes, Gemütliches, eine Küche mit Atmosphäre, in der man mit einer Hand im Topf rühren und mit der anderen Gedichte und Geschichtenskelette notieren kann. Wo man mit heißem Tee auf der Fensterbank sitzen und träumen kann, wenn es nach Bratäpfeln riecht. Wo Platz ist für die uralte braune Keramikschüssel und den Waschständer und den Messingtopf aus dem Erbe irgendeiner Urgroßmutter, und für die zahlreichen Tassen, die wir von der Ostsee mitgebracht haben.
Peter und ich haben uns im Internet halbe Nächte um die Ohren geschlagen, bis wir die Schränke und Lampen gefunden haben, in die wir uns verlieben konnten, und einen neuen Gasherd, der den von mir gewünschten Wok-Brenner hatte und dennoch erschwinglich war. Für einen Fußboden und die Kacheln haben wir uns dafür im Baumarkt innerhalb einer Viertelstunde entschieden.
Jetzt sind wir rundum zufrieden und genießen!

Den Verlauf der Baustelle mit Ergebnis sieht man in der Kurzkurzfassung im Folgenden:

Hier sieht man die alten Kacheln mit Arbeitsplatte und Oberschränken
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So sah es zwischendurch aus:
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Hier sieht man schon die neuen Kacheln, noch nicht verfugt. So grün wie die Wand hier aussieht ist sie übrigens nicht, nur ganz zart.
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Und hier fertig, mit Schränken, Lampen und neuem Herd 🙂
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und von der anderen Seite – hier sieht man auch den schönen neuen Wasserhahn, der endlich so hoch ist, dass man auch mit dem Wasserkocher drunterkommt 🙂
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und hier noch die linke Seite:
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Ganz besonders liebe ich diesen Apothekerschrank. Auf die Schubladen kann man vorn mit Kreide schreiben, was gerade drin ist.
Der „Schaftee“ ist übrigens kein Schlaftee mit Schreibfehler, auch kein Tee für Schafe, sondern die Abkürzung für Schafgarbentee 🙂
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Ach ja, und gedichtet habe ich inzwischen auch schon in der Küche. Es funktioniert, ebenso wie der Wok.

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  1. schön, toll die Lampen zwischen den Hängeteilen, die geben ja wirklich Stimmung.
    Und der Herd ist märchenhaft!
    Ich kann mir vorstellen, dass es zwischendurch
    sehr nervend war, aber die Mühe hat sich gelohnt, ist eine Wohlfühlküche geworden.
    Der Sitzplatz ist dann an der Fensterbank?

  2. Ja, das Fenster geht jetzt auf – das ging noch nie, weil es vorher zugekachelt war, konnte man nur kippen.
    Jetzt kann ich es aufmachen, Kissen auf die Fensterbank, Beine raushängen und den Äpfeln beim Wachsen zugucken – oder Fenster zulassen, trotzdem auf die Fensterbank – oder auf den wunderschönen Hocker, den man hier nicht sieht, mit dem Rücken an der Heizung 🙂

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