Schneeglöckchenalarm

Unversehens Schneeglöckchen. Sie läuten noch nicht, zeigen aber pfeilgerade auf einen Himmel, der nach der schweren Froststarre plötzlich schon im Februar frühlingshaft sich selbst überrascht. Hemd mit kurzen Ärmeln zum ersten Mal in diesem Jahr, sich leicht fühlen, freiwillig frösteln dürfen, gemächlich frühstücken in der Sonne bei Vogelzwitschern. Atem geht tiefer, Worte steigen. Der Zaunkönig macht seiner Angebeteten den Hof, die Krähe hat einen Aufwind gefunden, die Amsel fragt die Buche nach einem Nistplatz. Schneereste türmen sich und sind doch fast schon nicht mehr da. Die Erde trägt im wiederauferstandenen Gegenlicht leuchtende Ränder aus flüssigem Eis, silbernem Feuer. Stiefmütterchen tauchen aus dem schweren Weiß wie eine Erscheinung, jung und saftig grün: War was? fragen sie unbekümmert, knospen drauflos. Der Boden duftet einen Hauch Wärme.
Ein guter Tag: die erste Ernte in diesem Jahr, vielschichtig und funkelnd, unerwartet und atemlos glücklich.

Und bald wird mein Garten wieder aussehen, wie ihn einst Thomas Hentschel prophetisch für mich zeichnete, ehe ich den Garten kannte:

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  1. Oh! Ich habe in dem von mir gehegten und oft abgelichteten Feengarten noch keine Blüten entdeckt außer der Zaubernuß.
    Will jetzt auch Schneeglöckchen. *aufstampf*

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