Verzetteleien

Ähnlich erstaunt wie dieses Hörnchen saß ich heute vor einem Wust von Zetteln voller Gedankensplitter, die alle in meinen Roman eingefügt werden sollten-wollten-mussten. Das habe ich nun vollbracht, und es ergibt sogar einen Sinn – für mich zumindest, hoffentlich auch für spätere Leser.
Hoffnung macht mir, dass meine höchst kritische ehemalige Deutschlehrerin nach der Lektüre zweier Probekapitel zum ersten Mal nichts an einem meiner Texte auszusetzen hatte sondern anerkenned befand, das werde ein sehr lesenswertes Buch mit einem guten Erzählton.
Nun habe ich nach der Zettelei auch gleich noch einen Plan für die letzten Kapitel entworfen und alles untergebracht, was untergebracht werden mußte. Ich hoffe nur, dass das Ganze nicht die zulässige Seitenzahl überschreiten wird. Aber Streichen und Kürzen hat ja noch keinem Text geschadet.
Ich stelle aber auch ein Symptom fest, dass mir von anderen Schreibern schon beschrieben wurde: ich werde langsamer, weil ich mich scheue, fertig zu werden. Man gewöhnt sich an so einen Roman, lebt darin, sogar wenn es die Beschreibung der eigenen nicht immer angenehmen Erinnerungen ist. Will sich nicht verabschieden, nicht damit abschließen. Andererseits gibt es noch viel zu schleifen und zu werkeln, zu kürzen und zu ändern, zu ergänzen und zu ordnen. Und obendrein kann ich es kaum erwarten, mit dem nächsten zu beginnen. Wofür auch noch einige Recherche nötig ist.
Es bleibt spannend…:-)

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  1. das Nichtabschließen können – damit hatte sich mein Vater sein Leben lang gequält. Aber, wer so sehr zur rechten Zeit den Auslöser drückt um ein Eichhorn abzulichten, der bekommt das hin!

  2. Ist dieses nicht abschliessen wollen eventuell auch der Grund dafür, daß manche Bücher, in denen ich die Nächte durchlese, weil so toll geschrieben, dann ein Ende fast wie schnell, schnell hingeschmiert haben? Kommt mir manchmal so seltsam vor, das eigentlich tolle Bücher ein Ende haben, daß so völlig aus dem bisherigen Ruder, äh Schreibstil läuft.
    Liebe Grüße, Ruth

    • Herzlich willkommen hier, Ruth!
      Das kann ich nicht beantworten – wer nicht abschließen mag, bastelt eigentlich eher am Ende herum, bis es ausführlich und perfekt ist, so geht es mir jedenfalls.
      Mir ist sowas aber auch schon aufgefallen, beim Lesen. Möglich, dass der Autor einen Abgabetermin hatte. Oder schon das nächste Buch im Kopf. Wer weiß…!

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