Schwierige schmierige Zeiten

Diese erstaunlichen, märchenhaften Wesen, die ich in lang vergangenen Sommern auf den für ihre einzigartigen Muschelvorkommen bekannten Inseln Sanibel und Captiva an der Golfküste Floridas gesammelt habe, gehen gerade im Öl zugrunde, möglicherweise unwiederbringlich. Mit ihnen die freundlichen Pelikane, mit denen ich geschwommen bin, die zarten Seenadeln, Quallen, Anemonen, die Rochen, alles alte Gefährten. Auch die anmutigen Wasserschlangen, die zauberhaften Anhingas, die kleinen und großen Kaimane und Alligatoren, die Seekühe. Die Pfeilschwanzkrebse, bei denen es sich um lebende Fossilien handelt. So viele empfindliche Lebewesen der Mangrovensümpfe und der Everglades…
Für meine Trauer um sie gibt es keine Worte.
Florida ist kein reiches Land, viele sind dort bitterarm und leben allein vom Fischfang und den Touristen. Auch für sie bricht alles zusammen.
Aber es ist zu billig, die ganze Katastrophe nur auf Ölmultis und Politiker zu schieben. Auch ich mag es, wenn die Heizung läuft und der Teekessel kocht. Wir alle sind schuld. Ich hoffe, dass wir dazulernen und sich in den nächsten Jahrzehnten Grundlegendes ändert. Die Indianer hatte es schon mal begriffen, und viele andere Völker auch. Es muss möglich sein. Irgendwann.

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  1. Du hast ja so Recht. Es ist zum Weinen, wenn man an diese Katastrophe denkt. Und wenn man – wie du – näheren Kontakt zu dieser wunderbaren Welt hatte, dann muss es noch schlimmer sein. Alle diese unschuldigen Tiere, die jetzt sterben. Sicher sind wir mit Schuld, aber selbst, wenn man das einsieht, ist es schwer bis unmöglich, etwas daran zu ändern.

  2. Echt grausam was dort passiert liebe Patricia,

    recht hast du, wir tragen alle unseren Teil dazu bei, darüber mache ich mir im Moment sehr viele Gedanken. Das Elend fängt doch vor der Haustür an, wenn ich sehe wie hier mit dem Müll umgegangen wird, ich trenne jeden Fitzel der anfällt, andere sagen zu mir, ja bist du denn bescheuert, was bringt es noch. Eine etwas merkwürdige Meinung, vielleicht sind das Kinderlose Menschen und den ist das total egal wie die Welt in den nächsten Jahren aussehen wird.
    Nur mal laut gedacht 🙂

    Liebe Grüße an dich von: Fred

    P.S. Zum Glück habe ich deinen Besuch nicht übersehen, vielen Dank das dir der Rundgang gefallen hat 😉

  3. Hallo Patricia, schön, dass es zu diesem Kummer einen Blogbeitrag gibt mit solchen herrlichen Muscheln und anderem versteinerten Getier. – Sicher fühle ich mich nicht unschuldig und möchte auf manchen Komfort nicht verzichten, aber ich prasse nicht und ich würde auch nicht im Luxus leben wollen. Was bliebe uns denn zu tun? – Mir fällt nichts Nennenswertes ein, wenn ich ehrlich sein soll.
    LG Clara

    • Liebe Clara,
      versteinert sind die noch nicht 🙂
      Nein, ich meinte auch weniger, dass du etwas tun sollst. Ich meinte, dass ich hoffe, dass wir Homo sapiens als ganze etwas schräg-verbogene Säugetierspezies uns irgendwann eins werden mit der Erde.

  4. Pingback: Abgehakt – natürlich nicht wirklich « April Showers

  5. Ich bin auch traurig. Ich habe das Meer in Texas gesehen, in Louisiana, Mississippi und Florida. Da war die Welt noch „in Ordnung“. Wie soll das jetzt bloß weiter gehen? Ich weiß es leider nicht… 😥

  6. Liebe Patricia, die Situation bedrückt – meinst du der Mensch wird die Chance nutzen und durch dieses große Unglück wach werden?

    Ich habe zu diesem Thema gerade „verbohrt“ eingestellt. Schaust du mal? ich würde mich freuen.
    Liebe Grüße
    Barbara

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