Glück im Winterbett

Auch wenn das Tauwetter nach der langen Zeit wohltuend ist, so hat sich doch mein Denken auf und unter dieser asketischen weißen Decke sehr wohl gefühlt. Ginge es nicht darum, dass mein Liebster mit dem Rollstuhl auch wieder einmal aus dem Haus möchte, könnte es von mir aus noch lange weiter schneien. Ich fühle mich in nördlichen Gefilden wohl, warum auch immer. Karibik habe ich erleben dürfen, doch ein Nordseestrand ist mir jederzeit lieber – und offenbar sogar Berlin, wenn Schnee liegt. Mitten zwischen den Hochhäusern gibt es unberührte, ganz neue Landschaften. Endlos könnte ich darin umherstreifen, die kalte, saubere Luft atmen, das Schwarzweiß genießen, in einer Art wortlosem Glück. In der Ruhe unter der Schneedecke brüten sich Ideen wie von selbst aus, während frische Gedanken auf der weißen Weite in ungekannter Freiheit unterwegs sind. Zeit scheint sich darauf auszudehnen, ist plötzlich verfügbar in Mengen, die im Sommer im Trubel verlorengehen. Von mir aus könnte sie auch stehenbleiben, diese Zeit, ohne dass ich mich langweilen würde. Im Winterschlaf der Natur werde ich hellwach. Es gibt so viele mögliche und lockende Richtungen, zum Jahresbeginn und im Schnee. Die Weite ist offen, die Tage unbeschrieben, alles ist hell.

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  1. Wunderschöne Fotos, liebe Patricia. Hier hat’s nicht geschneit, aber alles voll neuen Rauhreif über Nacht… Allerdings, muss ich gestehen, ist der Winter wirklich nicht meine Jahreszeit! Mittlerer Frühling, langer Sommer und kurzer Herbst – das wär mein Ideal 😉

  2. Die Photos sind wieder mal sehr gelungen – und man käme nicht von alleine drauf, daß es sich um Berlin handelt.
    Ich mag den Winter auch sehr, aber meist nur bis Ende Januar. Dann kriege ich ihn über.

  3. Liebe Patricia, das Weiß um uns herum lässt aufatmen. Auch mir fliegen die Gedanken nur so zu.
    Allerdings – eine warme Stube ist die Voraussetzung. 🙂

    Herzlich
    Barbara

  4. ich empfinde es ähnlich, das hast du sehr schön beschrieben und tolle fotos dazu. ich bin auch ein „winterkind“, es der natur gleich tun, rückzug ins innere selbst, neue kraft tanken, ideen ausbrüten, sich vorbereiten auf den frühling, wo es plötzlich wieder voller kraft explodiert, dieses leben.
    liebe grüße!

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