Schreibtischaufräumblockade/Writer’s Desktidying Block

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Schreibblockaden kennen wohl alle Autoren, aber neu ist mir, dass es eine ernstzunehmende Schreibtischaufräumblockade gibt. Ich erlebe das zum ersten Mal. Ich habe mein Manuskript vor Tagen fertiggestellt und an den Verlag geschickt.  Nun bringe ich es nicht fertig, die Zettel und Werkzeuge wegzuordnen, die sich in der Hektik der letzten Projekttage wild angesammelt haben. Dabei sind schon Notizen für die neue Geschichte darunter, Abschiedsschmerz kann es also nicht sein.  Ein seltsames Phänomen! Aber wenn ich es noch länger zu ergründen versuche, dann wird es wohl nicht vorbeigehen. Eine Freundin und Kollegin sagte mir, das sei nicht therapierbar. Ich werde ihr nun das Gegenteil beweisen und den Schreibtisch aufräumen. Pikobello.  Hm, ich könnte natürlich auch erst einen Tee trinken… oder die Wäsche zusammenlegen… oder…

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All of us Author’s know Writer’s block. But I have only just discovered that there is a serious ailment called something like „Writer’s desktidying block“.  I completed my novel manuscript days ago and sent it to the publisher, but I can’t bring myself to clean up the notes and other debris that invaded my desk in the creative panic high of the last chapters. It may be the difficulty of parting with a story one has lived in for so long, yet I don’t think so, since there are notes among there for the second part of the trilogy. But if I try any longer to understand this strange disease it will presumeably not go away. A fellow writer told me it is a chronic and incurable disorder. So I will now prove her wrong and clean up my desk! Immediately! Or should I have some tea first? Or see to the washing? Or…

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  1. Ich habe ein Ritual: Egal wie zugestellt, ich räume jeden Montag morgen als erstes meinen Schreibtisch auf. Natürlich sind da noch Notizen, die gebraucht werden. Aber bei der Gelegenheit nehme ich sie wenigstens alle wieder in die Hand und kann sie wieder neu sortieren und kombinieren. Und lege sie vielleicht von hinten links nach vorne rechts, was manchmal schon einmal einer enormen Perspektivenerweiterung gleich kommt. Da ich (auch) am Schreibtisch vor dem Computer lese, sammeln sich auch allerlei Bücher auf dem Schreibtisch an. Auch die werden dann zurück an ihren Platz gestellt – auch wenn ich sie kurz darauf wieder da liegen habe, vielleicht bleibt ja eins störrisch im Regal stehen. Ich mag dieses Ritual und es hilft mir sehr, wenigstens am und auf dem Schreibtisch ein wenig Ordnung zu wahren.

  2. Die gibt es nach jedem größeren Auftrag bei mir. Und oft auch zwischendurch. Inzwischen weiß ich, dass ich sie gut überleben kann, und dass nach einer Weile der Wunsch wiederkommt (von allein), die Farbe des Schreibtischs wieder zu sehen und freie Flächen zu haben. Was ich nicht genau weiß, aber ahne: Es könnte ein Mechanismus sein, der dem Selbstschutz dient. Und eine Phase der gesunden und ausgewogenen Ernährung und Freilufttherapie einleitet (in der Fertigstellungsendphase kann davon nicht die Rede sein…). Quasi ein halb- bis unbewusstes Selbstfürsorgeprogramm zum Ausgleich ;-). Also, erst mal Tee trinken halte ich persönlich nicht für den schlechtesten Plan – auch wenn ich selbst dann immer wieder am Grummeln bin (aber das Gegrummele kenne ich ja auch schon und manchmal gelingt es sogar, es als hinzunehmendes Hintergrundgeräusch einzuordnen ;-))

  3. Guten Tag,

    ich freue mich, dass mich Franziska mit ihrem Druckstelleblog auf diesen Blog aufmerksam gemacht hat. Ich kenne sie nicht die Schreibtischaufräumblockade. Wenn die Webtexterei ihr Wochenende erreicht hat, wird auf- aber niemals ganz abgeräumt. Notizzettel, die die Welt wirklich nicht mehr braucht, kommen gnadenlos weg und was übrig bleibt, wird ordentlich auf unterschiedliche Stapel gelegt. Ich weigere mich aber einen absolut leeren Schreibtisch zu haben. Das ist aber wohl nur der Widerspruch gegen die vielen Leute, die ich von Kindesbeinen an kenne, die nur leergeräumt als aufgeräumt akzeptieren, was nicht das Gleiche und schon gar nicht das Selbe ist.

    Liebe Grüße

    Christiane (Texthase Online)

    • Willkommen, Christiane! Ja, leeergeräumt geht gar nicht. Dann doch lieber das abgebildete Chaos! Kreativ und leergeräumt passt nicht zusammen. Beste Grüße, Patricia

  4. Ich habe mir diesen Tisch nun genau angeschaut. Mich quält eine bohrende Frage. Was ist das für ein Computer??? Sieht aus als wäre er via Zeitreise von 1984 ins jetzt gebeamt worden.

    • Das mag so aussehen, aber es ist tatsächlich ein Sony Vaio Notebook von 2011 mit Windows 7 🙂 Im Jahre 1984 besaß ich einen Atari Computer, der immerhin auch schon mehr konnte, als man heute denken würde…
      Willkommen auf meinem Blog, der ja auch „Berliner“ ist…

      • Atari??? Pfuiiiii !!! Die Amiga Fraktion war die richtige. Ihr Ataris hattet doch diese scheußlichen Monochrom Bildchen auf euren Monitoren. Ich bin schockiert…;-)

  5. Kenne das auch, muss aber gestehen, ich liebe das kreative Chaos auf meinem Schreibtisch. Irgendwann kommt der Augenblick von selbst, und es wird aufgeräumt. Bis dahin Tee trinken und fröhlich sein 😉

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