Glückspartikel

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Heute habe ich mich schon über drei Dinge gefreut. Diese nette Frisur eines Winterling-Samenstands, der mir zwischen dem Unkraut entgegenstrahlte: ein grüner Stern der Erde, nicht des Himmels.

Eine neue wunderbare Rezension meines neuen Romans „Das Meer in deinem Namen“ bei Amazon. Das hat mich schon gestern gefreut, aber es freut mich immer noch.

Und die erste Nachtigall des Jahres!  Ich saß mit meinem Morgentee in der Sonne auf der Küchenfesnterbank und da hörte ich sie singen, so laut, dass ich das Fenster nicht einmal öffnen brauchte. Was für ein Glücksgefühl! – Leider konnte ich nicht meinen Mann holen um sich mitzufreuen. Er ist schwerstbehindert und wir brauchen immer mindestens zwei Stunden, um ihn aus dem Bett in den Rollstuhl zu bekommen. Aber wir schaffen das allein, ohne Hilfe. Und wenn dann die Nachtigall nicht mehr singt, gehen wir sie suchen: unten am Fließ, wo moordunkles Wasser durch Löwenzahnwiesen seinen Weg sucht und die Nachtigallen in den Erlen singen.

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Ganz einfach/Simplicity

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1968 war das Leben so einfach. Ein Dach über dem Kopf, Essen auf dem Tisch, jemand zum Spielen und barfuß im Gras.

Heute ist es im Grunde nicht anders. Wäre da nicht die ewige Hausarbeit, weil das Dach größer geworden ist. Und der lästige Papierkram, der zum Erwachsensein gehört.

Aber hey, wozu bin ich Autorin. Ich habe Fantasie. Heute ist der 1. Mai, die Bäume werden endlich frühlingsgrün und die Sonne scheint. Ich stecke den Papierkram, die meisten Verpflichtungen, Behinderungen undwasnichtalles in einen virtuellen Schrank, ziehe den Schlüssel ab und gebe ihn den Fischen im Teich.

Heute lebe ich einfach.

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Life was so simple in 1968. A roof over my head, food on the table, someone to play with, and barefoot in the grass.

Today, there is paperwork and housework because the roof grew and the girl, too. But it’s the first of May and the sun is shining. Today, I’m going to forget the paperwork and all handicaps and be four again and simply live.

Die Anemonen meines Dreimal-Urgroßvaters

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Diese gelben Anemonen sind an sich nichts Besonderes – wäre da nicht ihre Geschichte.

Denn sie, bzw. ihre Vorfahren,  stammen aus dem Garten meines UrUrUrGroßvaters Anton Sladeck, der bis 1837 als „Großherzoglicher Fasanenjäger“ die Fasanerie im Forst Webicht östlich von Weimar betrieb, und zwar für „12 Thaler monatliche Besoldung, freyes Quartier, das benötigte Holz zur Beheitzung desselben, eine Livree der herzoglichen Jagd, sowie eine Bier- und Brodstelle.“

Er heiratete Luise Johanne Rosine Giersch, „uneheliche Tochter der Dorothea Friedericka Charlotte Gierschin, gebürtig aus Kahla, zum zweiten mahle in Unehren“.

Die Tochter dieser beiden, Luise (1821-1864), meine Ururgroßmutter, muss mit ihren Geschwistern  zwischen diesen Anemonen gespielt und später manche Arbeit verrichtet haben. Nach dem Mauerfall fuhren wir nach Weimar und suchten die alte Fasanerie im Webicht. Tatsächlich stand sie noch, als eine verlassene Waldgaststätte, in der wir herumstöbern konnten.

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Es liegt natürlich an meiner blühenden Fantasie, aber ich könnte schwören, dass ich ein Echo von Luises Lachen und das Schimpfen ihres strengen Vaters zeitlos im zauberhaften Frühlingswald widerhallen gehört habe.  Von den Anemonen haben wir einige mitgenommen, und sie vermehrten sich fröhlich im Garten meiner Eltern und nun auch in meinem. Es fühlt sich gut an.

Luise sah später so aus:

20130428_174337Sie heiratete meinen Urgroßvater Benjamin Erfurth, Hofkantor und Seminarlehrer in Weimar. Er schrieb ein Buch über die Flora von Weimar und ließ für sich 1849 den Sekretär anfertigen, an dem ich jetzt meine Geschichten entwerfe.

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Beide waren die ersten, die auf dem Familiengrab in Weimar bestattet wurden, das wir auch nach dem Mauerfall gefunden und restauriert haben und wo nun auch mein Vater ruht.

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Nicht zu fassen

Wenn ich noch einmal diesen Spruch von jemandem höre, schreie ich wahrscheinlich:

„Wie schade, dass jetzt alles auf einmal blüht!

Fast jeder, dem ich begegne, gibt diesen Unsinn von sich!  Himmeldonnerwetter  noch mal! Jetzt ist es endlich warm und schön, überall ein Rausch von Bunt und Hellgrün, und nun haben sie wieder was zu meckern gefunden.  Herr, schmeiß Hirn!  Ja, ich weiß auch kaum, worüber ich mich zuerst freuen soll, aber für mich ist das ein Glückszustand und keine Katastrophe. Ich freue mich über jedes Blatt und jede Blüte und ja, über alle gleichzeitig! Und wenn sie verblüht sind, wovor alle soviel Angst zu haben scheinen dass sie gar nicht erst hinsehen, ja dann – stellt euch vor, dann blüht etwas anderes! Es blüht immer etwas bis zum ersten Schnee und darüber hinaus. Und wenn wo nix blüht, kann man etwas pflanzen! Bei mir blüht auch im Dezember und Januar etwas.

Ich frage mich, ob diese Leute alles essen, was auf ihrem Teller liegt, oder ob sie sich beschweren, dass da Kartoffeln UND Gemüse sind?

Blumengruß aus der Vergangenheit/Ancient Flowers

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Solche Zeichnungen machte meine Urgroßmutter (Margarethe Johanne Martha, * Rastenburg 29.04.1877 , + Stuttgart12.07.1967, verh.: Rastenburg  10.10.1898  Egon) Sie hatte sogar ein Atelier auf ihrem Gut in Ostpreußen. Viele davon sind nicht erhalten. Um so mehr freue ich mich, dass mir diese jetzt beim Aufräumen des Dachbodens in meinem Elternhaus entgegenflatterte. – Meine Urgroßmutter vergaß über ihrer Kunst ihre Kinder – die wurden von der Erzieherin großgezogen und kannten ihre Mutter kaum, nur als eine „Ferne Dame“.  Die Auswirkungen reichten bis in unser Verhältnis zu unserem Vater. Aber wenn ich heute die feinen Blumen betrachte, die so sommerfrisch wirken wie eben gepflückt, und so leicht und liebevoll zusammengestellt, dann hätte ich die „Ferne Dame“ doch gern kennengelernt und hätte ausgiebig  in ihrem Atelier gestöbert – und ihr etwas von ihrer „Ferne“ genommen. Zu der sie übrigens, wenn auch nur die Hälfte der Geschichten über ihren Gatten stimmt, den Herrn von „Schloß Boyden“, wahrscheinlich allerhand Grund hatte…

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In the attic I found this little drawing by my Great-Grandmother. I never knew her, but her flowers seem so fresh I feel as if I could walk into her studio any moment and have a chat with her.

Viel Nachwuchs/Lots of potential life

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Die Frösche sind sehr erleichtert – endlich ist das Eis weg und sie konnten ablaichen. Das gibt vieeele Kaulquappen! Ich sehe es so gern, wenn überall Mini-Fröschchen herumhüpfen.

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The frogs are happy – at last the ice is gone and the time for spawn has come. I’m looking forward to seeing plenty of tiny frogs around.

Sumpffarben/Swamp colors

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Noch sieht alles so kahl aus wie noch nie zu dieser Jahreszeit. Doch im Sumpf finden sich trotzdem lauter verschiedene Farben. Die altersschwache Pappel mitten darin sieht allerdings immer so einsam aus, dass ich mich am liebsten neben sie in den Regen stellen würde und ihr eine gute Geschichte vorlesen.

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Everything still looks bleak, not a green leaf anywhere. But the swamp still offers surprising colors. Only the old poplar tree in the middle always looks so lonely I feel tempted to stand beside it in the rain and read it a good story.

Ein Frühlingskind am Glückstag

Die 9 ist meine Glückszahl. An einem 9. habe ich meinen Mann kennengelernt und an einem anderen 9. haben wir geheiratet. Da hoffe ich, dass es ein gutes Zeichen ist, dass der neue Roman an einem 9. erschienen ist. Vielleicht hat seine Titelheldin Carly auch Glück und schenkt einigen Leserinnen schöne Stunden. Wir haben am Schreibtisch so viel zusammen durchgemacht, dass mir das viel bedeuten würde.

Carlyendgültig

Als ich klein war, wohnte über uns ein alter Herr. Irgendwann im April setzte er heimlich Marien- und Maikäfer aus Schokolade für uns auf die Außentreppe, als seien sie da gerade gelandet. Jedes Jahr. Für uns fing an genau diesem Tag der Frühling an: Wenn die Schokoladenkäfer angekommen waren. Danke für diesen Kindheitszauber und die schöne Erinnerung, Herr Jagomast! Das ist 45 Jahre her und ich habe es nicht vergessen.
Heute setze ich meine Geschichte auf eine gedachte Treppe und wünsche mir, dass die oder der eine oder andere von euch sie dort aufhebt und sich darüber freut, so wie ich damals über die Käfer.
Und als kleines Gedenken an den alten Herrn Jagomast habe ich heute Schokokäfer gekauft. Vielleicht unterstützen sie den Carly-Roman auf seinem „Flug“ in die Leserwelt.

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Ganz einfach/Very simple

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Frisch gebackenes Weißbrot, darauf Kräuterquark mit Gartenschnittlauch, darauf Avocado mit dem Saft einer selbstgezogenen Zitrone, und ein Blick auf unverzagte Krokusse im Schnee. Glück kann so einfach sein.
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Freshly baked bread with Avocado and the juice of a homwgrown lemon on top – and a view of brave crocus in the snow. Happiness can be so simple.

Frohe Ostern/Happy Easter

Ungewöhnliche Osterbilder, aber auch schön. Frohe und gesegnete Ostern, liebe Leser! Ob wir die Eier wohl finden werden?

It won’t be difficult to hide the eggs in Berlin, Germany this year. Happy Easter, dear Readers!

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