Kuschelig/Cozy

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Schön weich und sauber, oder? So sieht Frühlingsanfang in Berlin aus.
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Invitingly soft and clean – The beginning of Spring in Berlin, Germany.

Neue Richtungen/New directions

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Zwischen all dem Schnee und der eisigen Nächte zum Trotz finden wir auch Grünes, das sich Richtung Himmel aufmacht. Das macht Mut! Ein wenig froh bin ich auch über das olle Wetter, denn ich bekam gerade mein Manuskript aus dem Verlagslektorat zurück und muss jetzt die Korrekturen einarbeiten. Das letzte Kapitel muss ich ganz umbauen, denn da wurde mein eigener Zweifel bestätigt. Das ist jetzt wieder herrlich aufregend, einfach mal so Schicksal zu spielen und die Fäden für die Figuren etwas anders zu ziehen. Und für Band 2 eröffnet das ganz neue Möglichkeiten.
Hach. Schreiben ist toll.
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Cold, ugly weather, and yet green happens – green reaching for the sky, if only a few centimeters!
In a way I am glad of the icy wind and sleet, because my manuscript just came back from the editor. Now I have to fix it and rewrite the end. I had suspected that and am glad to be pushed in a new direction there which I feel is much better. Such fun to play fate and pull the threads a little diffently! This opens up new perspectives for the second volume of the trilogy, too. How I love writing! 🙂

Durchhalten/Hero(n)

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Er wartet auf den Frühling, wie wir. Wie oft war er frustriert diesen Winter, weil er sah, wie sich die Fische unter dem Eis bewegten – und er musste hungern! Nun sieht es schon besser aus.
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All winter he was frustrated because he saw the fish moving under the ice and still had to go hungry. Now things are beginning to look up.

Alles offen/ Looking towards the future

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Genauso fühle ich mich. Alles öffnet sich zum Himmel, Licht und Leben hin. So frisch und neu, das Frühlingswunder, jedes Jahr wieder.
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That is the way I feel just now. Openig towards the sky, the light and life. It is so stunningly fresh and new, the spring wonder, every year.

Dreifachfreude/Threefold happiness

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Dieser Strauß ist für meine Mutter. Mit ihren 86 Jahren hat sie so tapfer den langen, dunklen Winter überstanden und sich gerade unternehmungslustig einen nagelneuen Apple Computer gekauft, weil ihr der alte zu langsam wurde.  Gefreut hat sich aber auch die thailändische Blumenfrau, die ebenso tapfer den langen, trüben Winter hindurch mit kalten Füßen auf Kunden gewartet hat, die nicht kamen, und die Blüten gegen den Frost verteidigte so gut es ging.  Und auch ich habe mich gefreut, weil zum ersten Mal in diesem Jahr die Sonne auf dem Weg zur Blumenfrau warm auf meine Nase schien.

Es ist gerade soviel Frühling draußen, dass ich mich selbst fühle wie ein Blumenstrauß 🙂

This bouquet is for my mother, who bravely survived her 86th long, dark winter and just bought a new apple computer because she thinks her old one is too slow for her. But it also made the flower lady from Thailand happy, who just as bravely stood outside  throughout Winter with icy feet, waiting for buyers who never came, defending her flowers against the bitter frost.  It also made me happy because on the way to the flower lady the sun shone bright and warm on my  nose for the first time this year. In fact, there is so much sudden spring in the air today it makes me feel like a bunch of flowers myself.

Ach, Berlin..!/ Oh, Berlin!

Mauer 206

Jetzt reißen sie ein Stück der East Side Gallery ab. Berlin hat so seine Schwierigkeinten mit Denkmälern. Gebäude, die wirklich niemand mehr braucht stehen unter Denkmalschutz, aber ein Reststück Berliner Mauer weicht „weil es im Weg steht“.

Da können sie abreißen soviel sie wollen, die Mauer und die Mauertoten und das ganze Entsetzen drumherum werden nicht vergessen.

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They are demolishing one of the last remaining parts of the Berlin Wall, which was supposed to be a memorial. Berlin has its difficulties with its memorials. But they can tear down what they want: We will not forget the GDR shot everyone who made a desperate bid for freedom here.

Mauer 197

Mauer 23

Mauer 21 tif

Duschreise/Shower travels

wpid-20130221_121219.jpgOb Nachbarn, Freunde, Familie oder die Krankengymnastin – alle treibt es im Februar in die Ferne. Nach Italien, Spanien, Griechenland, auf die Kanaren oder nach Thailand. Ich kann das verstehen. Ich mag das Grau auch nicht mehr sehen – eigentlich. Und ich gönne es ihnen von Herzen. Aber ich würde trotzdem niemals um diese Jahreszeit verreisen, schon gar nicht in den Süden. Denn wenn sie wiederkommen, frieren sie alle und ärgern sich um so mehr über das Wetter.

Die Schneeglöckchen sehen sie gar nicht mehr, so voll sind ihre Gedanken von Hibiskus, Bougainvillea und Kakteenblüten. Ich mag den Februar auch nicht, obwohl er der, wie ein Freund sagte, „Monat der schnellstmöglichen Hellerwerdung“ ist und somit auch seine Berechtigung hat. Aber ich mag es, wie der Frühling sich anschleicht: in den Stimmen der Amseln, die jetzt schon abends in der Dämmerung singen als wären es fünfzehn Grad. In dem Geruch der Erde unter dem Schnee. In den grünen Spitzen, die sich reihenweise durch den Schnee bohren, pfeilgerade himmelwärts. In den Knospen, die am Pfirsichbaum täglich dicker werden. In den hellen Morgen und dem überraschenden Sonnenstand, wenn sie sich für einen Augenblick durch die Wolken mogelt. In der kleinen Aufregung der Enten, die in den freien Wasserstellen schon balzen und unauffällig nach Nistplätzen Ausschau halten. In den frischgrünen jungen Grasstellen am Südhang im Moor. – So leise schleicht der Frühling gar nicht. Der begenet mir überall, und das möchte ich nicht versäumen, in keinem einzigen Jahr. Das erste mal in kurzen Ärmeln draußen. Das erste Mal barfuß. Das erste Mal draußen essen, vielleicht noch mit Decke, aber mit Februarendoderanfangmärzsonne im Gesicht. Frühling in Deutschland ist für mich ein klarer Fall von „Weniger ist mehr“,  ein gradioses, gelungenes  Understatement.  – Und wenn mir wirklich mal alles zu grau ist, dann genügt eine Fantasiereise in Form einer heißen Dusche in unserem Delfinbad, und ich bin wieder bereit für den filigranen Berliner Früh-frühling.wpid-20130223_181320.jpg

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Neighbors, family, friends and the baker, everyone seems to leave Berlin in February. They flock south, to Italy, Greece, the Canary Islands or Asia. When they return, their thoughts are so full of tropical flowers they have no eyes for snowdrops, and they feel cold all the time.

I wish them joy, but I would never want to travel at this time of year. I don’t want to miss out on the slow sneaking up of spring.  Spring around here is definitely a case of less is more, a gourgeous understatement.  I hear it in the blackbird’s song, smell the wakening earth under the greying snow, see it in an army of brave green tips breaking through icy crusts and aiming straight for a sky that brightens a little every day in spite of biting eastern winds and heavy  clouds.  In the few moments I really get tired of the Febraury grey, a daydream under the hot shower in our dolphin bathroom is travel enough for me and I am ready again for the beautiful filigree spring  of Germany.

Affenphilosophie/Monkey Philosophy

wpid-20130217_172144.jpgIn meinem Elternhaus in unserer Altberliner Wohnung mit den überwältigend hohen Zimmern gab es einen großen Eingangsraum, genannt „die Diele“.  Besucher standen etwas hilflos in dieser Weite während sie ihre Mäntel auszogen und sahen sich um, auf der Suche nach einem Orientirungspunkt.  Meist fiel ihr Blick  auf etwas, das oben an der Decke am Lampenkabel baumelte.  Die meisten brauchten einen zweiten, ungläubigen Blick, um sich zu vergewisssern, dass das, was da so  albern hing, tatsächlich das war, was es zu sein schien. Denn wer zu uns kam, kannte meinen Vater als Hochschullehrer und war der Meinung, in einen seriösen, vielleicht vornehmen Haushalt zu kommen. Kollegen meines Vaters hatten echte oder falsche Ming-Vasen im Flur oder Marmorstatuen oder zumindest einen Orientteppich.  Bei uns gab es ein paar geerbte Bauernmöbel, Teppichfliesen aus dem Baumarkt, eine abgeschabte Tischtennisplatte – und den Holzaffen an der Decke, der Besucher albern und herausfordernd angrinste und aussah, als wollte er die kleine Flasche mysteriösen Inhalts auf ungebtetene Gäste fallenlassen.  Irgendwann einmal hatte meine Mutter dieses alte Holzspielzeug an das Kabel gehängt, weil sich das so langweilig nackt unter der Decke spannte. Und weil niemand das Likörfläschen leeren wollte, das Oma als Schnäppchen ergattert hatte, bekam es der Affe in die Hand.

Wer fragte, warum da der Affe hing, bekam zur Antwort: „Warum nicht?“ oder „Ach, das ist unser Wachhund.“

Die Gäste, oft erst verunsichert, fühlten sich am Ende bei uns stets wohler als in den Haushalten mit den Ming-Vasen.  Für mich war der Affe ein Symbol dafür, dass meine Eltern uns lehrten, dass man erstens nicht wie alle anderen sein muss, im Gegennteil, zweitens es egal ist was diese anderen denken und drittens, dass man nichts zu ernst nehmen darf.

Mein Vater ist nun schon zwei Jahre tot, aber der Affe hängt noch immer da, jetzt schon 45 Jahre,  und hat ein Auge darauf, wer meine Mutter besucht. Und ich finde es  beruhigend, dass er noch da ist.

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In my childhood home we had a  large entrance hall. Rooms are high in old german houses. Visitors would stand a little helpless in its vastness while they took off their coats, looking around for a point of orientation. Often, their glance alighted on a strange figure that hung from a lamp cord under the ceiling. They looked twice before believing their eyes. Because my father was a renowned scientist and they expected a serious, elegant household. Colleagues of my father had ming vases and marble statues in their entrance halls. Not so my parents. There was hand-me-down furniture, a shabby ping-pong-table and – the wooden monkey that hung on the ceiling and greeted people with a silly grin, looking as if it might drop the small bottle it held on unwelcome visitors. – My mother had hung the old toy there because she thought the lamp cord looked so boring. And since nobody wanted to empty the little bottle my grandma had bought becuase it was cheap, she gave it to the monkey. – Some visitors asked: „Why the monkey?“ and would get the answer: „Why not?“ or „Oh, it’s our watchdog!“

Guests in the end felt more welcome in our house than in the houses with the ming vases. For me, the monkey is the symbol of what our parents taught us: First, you don’t have to be like everybody else. Second, it doesn’t matter what other people think. Third, don’t ever take anything more serious than it is.

Today, after 45  years, the monkey still hangs there, keeping an eye on who visits my mother. And it feels good to see it there still.

Schreibtischaufräumblockade/Writer’s Desktidying Block

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Schreibblockaden kennen wohl alle Autoren, aber neu ist mir, dass es eine ernstzunehmende Schreibtischaufräumblockade gibt. Ich erlebe das zum ersten Mal. Ich habe mein Manuskript vor Tagen fertiggestellt und an den Verlag geschickt.  Nun bringe ich es nicht fertig, die Zettel und Werkzeuge wegzuordnen, die sich in der Hektik der letzten Projekttage wild angesammelt haben. Dabei sind schon Notizen für die neue Geschichte darunter, Abschiedsschmerz kann es also nicht sein.  Ein seltsames Phänomen! Aber wenn ich es noch länger zu ergründen versuche, dann wird es wohl nicht vorbeigehen. Eine Freundin und Kollegin sagte mir, das sei nicht therapierbar. Ich werde ihr nun das Gegenteil beweisen und den Schreibtisch aufräumen. Pikobello.  Hm, ich könnte natürlich auch erst einen Tee trinken… oder die Wäsche zusammenlegen… oder…

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All of us Author’s know Writer’s block. But I have only just discovered that there is a serious ailment called something like „Writer’s desktidying block“.  I completed my novel manuscript days ago and sent it to the publisher, but I can’t bring myself to clean up the notes and other debris that invaded my desk in the creative panic high of the last chapters. It may be the difficulty of parting with a story one has lived in for so long, yet I don’t think so, since there are notes among there for the second part of the trilogy. But if I try any longer to understand this strange disease it will presumeably not go away. A fellow writer told me it is a chronic and incurable disorder. So I will now prove her wrong and clean up my desk! Immediately! Or should I have some tea first? Or see to the washing? Or…

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