Blumengruß aus der Vergangenheit/Ancient Flowers

wpid-20130417_182452.jpg

 

Solche Zeichnungen machte meine Urgroßmutter (Margarethe Johanne Martha, * Rastenburg 29.04.1877 , + Stuttgart12.07.1967, verh.: Rastenburg  10.10.1898  Egon) Sie hatte sogar ein Atelier auf ihrem Gut in Ostpreußen. Viele davon sind nicht erhalten. Um so mehr freue ich mich, dass mir diese jetzt beim Aufräumen des Dachbodens in meinem Elternhaus entgegenflatterte. – Meine Urgroßmutter vergaß über ihrer Kunst ihre Kinder – die wurden von der Erzieherin großgezogen und kannten ihre Mutter kaum, nur als eine „Ferne Dame“.  Die Auswirkungen reichten bis in unser Verhältnis zu unserem Vater. Aber wenn ich heute die feinen Blumen betrachte, die so sommerfrisch wirken wie eben gepflückt, und so leicht und liebevoll zusammengestellt, dann hätte ich die „Ferne Dame“ doch gern kennengelernt und hätte ausgiebig  in ihrem Atelier gestöbert – und ihr etwas von ihrer „Ferne“ genommen. Zu der sie übrigens, wenn auch nur die Hälfte der Geschichten über ihren Gatten stimmt, den Herrn von „Schloß Boyden“, wahrscheinlich allerhand Grund hatte…

____

In the attic I found this little drawing by my Great-Grandmother. I never knew her, but her flowers seem so fresh I feel as if I could walk into her studio any moment and have a chat with her.

Advertisements

Frühlingsmanie/Springmania

Nun da sie endlich blühen, mit so viel Verspätung, zeigt jeder Krokusbilder. Man kann nicht anders. Ich auch nicht.
___

The crocus are so late this year that now nobody can help gleefully showing crocus pictures. Neither can I.

Viel Nachwuchs/Lots of potential life

wpid-20130413_163659.jpg

Die Frösche sind sehr erleichtert – endlich ist das Eis weg und sie konnten ablaichen. Das gibt vieeele Kaulquappen! Ich sehe es so gern, wenn überall Mini-Fröschchen herumhüpfen.

___

The frogs are happy – at last the ice is gone and the time for spawn has come. I’m looking forward to seeing plenty of tiny frogs around.

Sumpffarben/Swamp colors

wpid-20130410_124545.jpg

Noch sieht alles so kahl aus wie noch nie zu dieser Jahreszeit. Doch im Sumpf finden sich trotzdem lauter verschiedene Farben. Die altersschwache Pappel mitten darin sieht allerdings immer so einsam aus, dass ich mich am liebsten neben sie in den Regen stellen würde und ihr eine gute Geschichte vorlesen.

wpid-20130410_124606.jpg

Everything still looks bleak, not a green leaf anywhere. But the swamp still offers surprising colors. Only the old poplar tree in the middle always looks so lonely I feel tempted to stand beside it in the rain and read it a good story.

Ein Frühlingskind am Glückstag

Die 9 ist meine Glückszahl. An einem 9. habe ich meinen Mann kennengelernt und an einem anderen 9. haben wir geheiratet. Da hoffe ich, dass es ein gutes Zeichen ist, dass der neue Roman an einem 9. erschienen ist. Vielleicht hat seine Titelheldin Carly auch Glück und schenkt einigen Leserinnen schöne Stunden. Wir haben am Schreibtisch so viel zusammen durchgemacht, dass mir das viel bedeuten würde.

Carlyendgültig

Als ich klein war, wohnte über uns ein alter Herr. Irgendwann im April setzte er heimlich Marien- und Maikäfer aus Schokolade für uns auf die Außentreppe, als seien sie da gerade gelandet. Jedes Jahr. Für uns fing an genau diesem Tag der Frühling an: Wenn die Schokoladenkäfer angekommen waren. Danke für diesen Kindheitszauber und die schöne Erinnerung, Herr Jagomast! Das ist 45 Jahre her und ich habe es nicht vergessen.
Heute setze ich meine Geschichte auf eine gedachte Treppe und wünsche mir, dass die oder der eine oder andere von euch sie dort aufhebt und sich darüber freut, so wie ich damals über die Käfer.
Und als kleines Gedenken an den alten Herrn Jagomast habe ich heute Schokokäfer gekauft. Vielleicht unterstützen sie den Carly-Roman auf seinem „Flug“ in die Leserwelt.

20130409_161547

Überlebende/Survivors

wpid-20130407_125032.jpg

Sie waren die letzten Wochen unter einer dicken eisverkrusteten Schneedecke begraben. Und jetzt sehen sie so aus – unverzagt, aufrecht und strahlend. Und die dazugehörigen Bienen haben zum Glück auch überlebt. Daran möchte ich mir ein Beispiel nehmen, wenn es mal wieder hart auf hart kommt.
_____
They were bruried under a thick blanket of ice and snow the past weeks. And here they are, upright, unfazed and beaming. When hard times happen to me, I want to remember them and try to be as strong.

Die Hand des Winters/The hand of Winter

wpid-20130405_094604.jpg

Noch ein letztes mal streckt der Winter eine knochige Hand nach unseren Blumenbeeten aus wie ein Ertrinkender. Aber es wird ihm nichts nützen!
____
Winter grabs our flowerbeds with an icy hand for the last time like a drowning man. But it won’t save him 🙂

Wärme!/Warmth!

Drr Wettermann trägt ein erleichtertes Lächeln. Er hat ein schlechtes Gewissen, weil der Winter so lange gedauert hat. Du kannst doch nichts dafür, lieber Wettermann. Und alles ist wieder gut, weil du etwas von 19 Grad in zehn Tagen erzählt hast und wir uns diesmal doppelt freuen, weil wir so lange Geduld haben musssten. Dann wird es wohl bald so aussehen.

DSC00762

____
The Weatherman is happy because Winter will finally leave us in a few days. Winter seemed to be on his conscience, though it wasn’t his fault. Don’t worry, dear weatherman, everything will be green soon and we will be doubly happy because it took so long.

druckstelle

Interview – Belletristik

Die in den USA geborene Autorin Patricia Koelle lebt heute mit ihrem Mann in Berlin. Als Kind erlebte Sie die geteilte Stadt als Gärtchen des praktischen Widerstands. Hingen einst Besen und Spaten an einem Haken in der Berliner Mauer, so heftet sie heute ihr Schreibgerät an alles, was sich vor ihr aufzutürmen wagt. Probleme? Herausforderungen! Und dann ist da ja noch die Liebe im und am Buch. mehr…

Einstieg: Wie bist Du zum Schreiben gekommen?
Ich habe schon als Kleinkind Lesen gelernt. Als mir die Bücher ausgingen, war Schreiben der logisch nächste Schritt. Außerdem ist es bei mir wie bei vielen anderen Autoren: Ich kann nicht anders! Die Geschichten toben in meinem Kopf und geben keine Ruhe, bevor sie nicht geschrieben sind. Ein Hobby ist es nicht, es ist ernsthafte Arbeit, die mir wichtiger ist als jedes Hobby. Mit meinem Job hat es nichts zu tun…

Ursprünglichen Post anzeigen 1.772 weitere Wörter

druckstelle

Als die Berliner Autorin Patricia Koelle von meiner druckstelle-Idee hörte, sagte sie sofort zu. Dies ist nun vier Wochen her und ich freue mich, Patricia Koelle als erste Autorin in meinem Blog für kleine und große Buchprojekte vorstellen zu dürfen. Ihre ‚Kurzbiografie‘ hat mich so beeindruckt, dass ich Euch diese nun noch vor dem eigentlichen Interview zeigen möchte. Doch lest selbst…

Patricia Koelle: Ich wurde 1964 in Huntsville/Alabama, USA geboren. Ein Jahr später zogen wir nach Berlin, wo ich zweisprachig aufwuchs und heute mit meinem Mann immernoch lebe. Das Leben in der geteilten Stadt war so verrückt, dass ich manchmal denke, es führte zwangsläufig zum Schreiben. Meine Eltern und ich haben damals eine Wanderung um Berlin (West) herum gemacht, immer an der Mauer entlang, jeden Sonntag ein Stück. Es war beeindruckend.

Ursprünglichen Post anzeigen 416 weitere Wörter

%d Bloggern gefällt das: