Versunkene Lichter

Unheimlich, in Berlin in einer solchen Stille aufzuwachen. Ich überlege im Halbschlaf: Bin ich an der Ostsee? In der Lüneburger Heide? Dann fällt mir die gestrige Taxifahrt ein. Von Lichterfelde nach Lübars. Unangesagt warf der Himmel in einem übermütigen Rausch noch einige zusätzliche Schneezentimeter auf die Stadt. Ab dem Kurt-Schuhmacher-Platz wurde es abenteuerlich, wir fuhren wie auf Pudding. Im Scheinwerferlicht blitzten die dichten Flocken als stummer Trommelwirbel. Wenn in Berlin sogar die Straßen weiß sind, wirkt es fremd, verschwommen, werden die gewohnten scharfen Linien aufgehoben, die Motorengeräusche geschluckt. Die sachlich-häßlich-modernen Laternen tragen Pelz obendrauf, bizarre Fransen aus leuchtenden Eiszapfen untenherum und werden zum Kunstwerk, das ihre Hersteller beschämen könnte. Das Glimmen der Weihnachtsbeleuchtung in den Fenstern wirkt müde im Vergleich zum hellen Glanz der Straßenfluchten im Schnee.
In der Afrikanischen Straße wirken ein paar Casinos, Kneipen und zweifelhaften Etablissements in dem Schnneeweiß noch trister als sonst, ansonsten aber hat sich selbst die Autobahn für Augenblicke in ein Märchenland verwandelt. Die Hauptstadt wagt, zu träumen. Sogar auf den Stufen vor den Casinos fällt die Berliner Kodderschnauze zwischen Schimpftiraden der Stille zum Opfer und in eine versehentliche Andacht.
Beim Nachhausekommen fällt mir der Schnee in die Stiefel; damit, dass man in Berlin kniehohes Schuhwerk benötigen könnte, habe ich im Herbst nicht gerechnet. Die Laterne auf dem Gartentor leuchtet durch eine Hülle aus Neuschnee.
Meine Schwester war heute drei Stunden Skilaufen. Im Grunewald. Die Schneehöhe beträgt dreißig Zentimeter und heute nacht werden minus zweiundzwanzig Grad. Wir machen hier keine halben Sachen.
Diese Stadt kann mich noch immer überraschen.

Sommerlicht in Lübars

Ich bin lange nicht Fahrrad gefahren, mangels Muße. In einer geschenkten Stunde habe ich mich nun aufgemacht, auf der Suche nach kühlendem Fahrtwind. Er kühlte nicht, aber beglückte. Ich hatte ganz vergessen, was für einer Landschaft wir hier nahe sind! Unsere Straße immer geradeaus, schon verzweigt sie sich. Der linke Weg, wenn man sich an dem alten Kopfsteinpflaster vorbeipfriemelt, führt weg von der Stadt, genau auf das einzige Dorf im ehemaligen Berlin (West) zu.
Manches weist hier auch ins Nichts, wie zu Mauerzeiten:

Zu meiner Begeisterung stieß ich bald auf ein Getreidefeld, das der Stadt und der Dürre zum tapferen Trotze vor dem Märkischen Viertel steht. Wie hatte mir so ein Anblick jahrelang gefehlt! Vom Rand stibitzte ich ein paar ohnehin geknickte Ähren für die Vase in meiner Küche (früher nannten wir das „stiehlern“) und hätte mich über den Fund einiger Goldmünzen nicht so gefreut wie darüber. Das Märkische Viertel ist nicht schöner geworden dadurch, dass man einen Teil der „Häuser“ (für mich sind es Wohnschränke) in der sogenannten Papageiensiedlung bunt gestrichen hat. Aber das Bild zeigt, wie friedlich Gegensätze in Berlin koexistieren. Es ging ja einst nicht anders; aus der Not wurde Charakter.

Da ich mich im Fahrradfahren noch ungeübt fühlte, ließ ich diesen verlockenden Pfad am Waldrand seinen Weg allein gehen

und fuhr weiter auf der Wittenauer Straße bis Alt-Lübars, wo mir ein weiter Blick über eine sommerheiße, im Licht flirrende Bilderbuchlandschaft völlig unverhofft zu Füßen gelegt wurde.

Beim Anblicks dieses Baumes wünschte ich mir, mein Kollege Nils Pickert wäre anwesend, denn ihm wäre dazu sofort das passende Gedicht eingefallen. So musste ich mich mit dem Gedanken an die vielen Baumgedichte in seinem wundervollen Lyrikband „Stadtarboretum“ trösten, der noch in diesem Jahr erscheint.

Ich freue mich schon darauf, diesen Baum im Herbst zu besuchen.
In seinem Schatten ausruhen konnte ich mich nicht, denn diesen Gedanken hatten im gleichen Augenblick die Anwohner:

Mit dem freundlichen „Määäh“ im Ohr, das ich so lange nicht gehört hatte, fuhr ich sehr glücklich und erfrischt nach Hause mit dem Vorsatz, demnächst noch andere Ziele in der Gegend zu entdecken.
Ich kam an einem Wegweiser vorbei: „Barnimer Dörferweg“, und wäre der trockene Märkische Sand dort nicht so Fahrraduntauglich gewesen, hätte ich ihn veielleicht gleich ausprobiert, den 38 Grad und dem wartenden Peter ungeachtet. Der bloße Gedanke, dass man sich hier, wo zu Mauerzeiten alles zu Ende war, ungehindert auf einen „Dörferweg“ machen kann, ist für mich immer noch unfaßbar, nach all der Zeit.

Berliner März (Frühlingsgedicht)

Berliner März

© Patricia Koelle

Wannsee, Havel, Fenn und Krumme Lanke
der Tegler See wie manches Luch und Becken:
die Wasser sprechen hell ein stummes Danke
weil erstmals sie den Rücken wieder strecken

seit jenem strengen ungekannten Frost
gelingt nunmehr das erste Schulterzucken
vor fremder Winde eisig harter Kost
muss bald Berlin sich fluchend nicht mehr ducken

Und käme Wetter noch mal aus dem Norden
so wollte schon das Volk ganz eigenhändig
als Mob den Winter laut und lüstern morden
so sprach man auf den bröselnd Straßen ständig

Recht brüchig war man innerlich schon lange
Gemüter bald papierdünn festgetreten
man sah es an dem schleichend grauen Gange
bis Wärmegrade uns erstaunt bewegten

auf einmal spiegelt Himmel sich erneut
ermutigt holen wir uns nasse Füße
wo kürzlich man noch ollen Splitt gestreut
aus schwarzem Schlamm steigt junge Modersüße

Nun fluten wieder Gänse frech aus Süden
die kahlen Ufer auf der Jagd nach Beute
und eh von neuem Schnattern sie ermüden
nährt eifrig sie die Frühlingskindermeute

Eisbärlin

Diese Bilder sind NICHT in der sibirischen Pampa entstanden, sondern zweihundert Meter entfernt von unserem Haus in Berlin. Es schneit, taut, friert, stürmt, schneit und schneit, Tag für Tag, seit Wochen. Peter kann mit dem Rollstuhl nicht mal mehr auf unsere eigene Terrasse. Die ist eine blanke Eisfläche und ich kriege sie nicht mit der Schaufel zerschlagen. Soviel Salz kann ich gar nicht anschleppen und möchte es auch nicht in den Garten kippen.
Ein Trost ist, dass die Sonne früher aufsteht und auch schon ein wenig Kraft gewonnen hat – wenn sie denn mal für fünf Minuten scheint.

Mit diesen beiden hier warten wir auf den Frühling…

Gemütlicher Weihnachtsmarkt

Vorgestern war ich auf dem winzigkleinen bäuerlichen Weihnachtsmarkt der Domäne Dahlem.
Peter konnte nicht mit, weil das denkmalgeschützte Kopfsteinpflaster für Rollis gar nicht geht. Schade. Aber es ist der Lieblingsweihnachtsmarkt meiner Mutter, und daher haben ihre Töchter sie dahin begleitet. Ganz uneigennützig natürlich 🙂
Da ich sieben Tage die Woche um sieben aufstehen muss, finde ich es jetzt morgens doch wirklich sehr dunkel. Aber wenn es auf dem Weihnachtsmarkt um fünfzehn Uhr schon dämmrig wird, hat das eben auch sein Gutes. Eine wunderschöne Atmosphäre war da. Es gibt keinen Rummel, keine Achterbahn, statt dessen laufen Schafe und Ziegen herum; es gibt altes Handwerk wie eine Stellmacherei und Blaudruck, statt Losbuden jede Menge Zigenkäse, Honig und Gelees, Wild, etc.
Der Rahmen und die „alte“ Stimmung ist es aber, was das Ganze so gemütlich macht.

Während meine Schwester bergeweise Leckereien kaufte, habe ich lieber verzichetet, weil ich auf meine Traumkamera spare. Bei dieser hier hat gerade hier mal wieder der kaum vorhandene Weitwinkel gefehlt. Interessant fand ich aber einen Schmuckstand. Die machen ganz ähnliche Sachen wie ich. Ich habe bloß noch nie versucht, etwas davon zu verkaufen. Die Leute an dem Stand haben Ketten und Colliers für meist ca. 150 Euro verkauft – nur: ich weiß, dass der Materialwert höchstens 20-50 Euro betrug. Dazu eine halbe Stunde Arbeit. Da haben die einen ganz schönen Reingewinn. Man stelle sich das mal mit Büchern vor! Eine Freundin und Kollegin von mir stand sieben Stunden auf einem anderen Weihnachtsmarkt und hat ein einziges Weihnachtsbuch verkauft. Aber gewiß nicht für 150 Euro, obwohl da ungleich mehr Arbeit darin steckt!
Wie auch immer – es war ein schönes, stimmungsvolles kleines Erlebnis. Und schön ist auch, dass der Markt ganz genau so aussieht wie vor einem Vierteljahrhundert. Ich habe kein problem mit Veränderungen, aber manchmal ist es ganz schön, wenn etwas bleibt, wie es ist.

Lesung zum Mauerfall

08. November 2009 11 Uhr

Mauerstücke – Erinnerungsstücke

Kostenfreie Bildung am Sonntagmorgen

Vor 20 Jahren fiel die Berliner Mauer, die von 1961 bis 1989 unser Land in zwei feindliche Lager teilte. Geschichten zahlreicher Autoren aus Ost und West erinnern an die deutsch-deutsche Grenze. Die Autorinnen und Herausgeberinnen Bettina Buske und Patricia Koelle stellen ihre Geschichten vor.

Ort: Kontaktstelle Wilmersdorf, Sigmaringer Str. 28, B-Wilmersdorf

U-Bhf. Blissestraße od. Fehrbelliner Platz, Tel. 86409307

Kontakt und Anmeldung: Christel Heilmann, Telefon und Fax 883 25 27

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Tomatencasino

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Ich bin lange nicht mehr nachts durch Berlin gefahren. Es macht mich nachdenklich. Das Ziel ist ein Café im ehemaligen Ostteil der Stadt, zu der Lesung unseres Mauerstücke-Buchs, Thema also auch Berlin. Ich gestehe dem Taxifahrer, dass ich mich im Ostteil immer noch nicht auskenne, immer noch fremd fühle, nach zwanzig Jahren. Er sagt, es ginge ihm genauso, und das als Taxifahrer. Er sei alter Zehlendorfer. „Allerdings, da kenne ich mich auch schon nicht mehr aus, seit die Amis weg sind, die ich immer herumgefahren habe“, erzählt er. „Hat sich alles verändert. Dafür ist mein Englisch jetzt noch besser. Mehr Touristen.“ Ich frage ihn, warum es zur Zeit so schwer ist, ein Taxi zu bekommen. Eine halbe Stunde hängt man oft in der Warteschleife. Es kann doch nicht sein, dass man in der Hauptstadt kein Taxi bekommt. Oder läuft das Geschäft etwa so gut? Das sollte ein Scherz sein, aber er nickt. Doch, läuft gut. Von Wirtschaftskrise keine Spur. Die Touristen finden Berlin billig, London, Paris, alle anderen Städte sind teurer. Da geben sie auch gerne was fürs Taxi aus. Das ist mir neu. „Und die Jugendlichen, die fahren viel Taxi,“ sagt er. Ich staune.
Auch über die Straßencafés. Da sitzen sie im Dunkeln draußen und trinken Bier, als sei es Sommer. Das ist vermutlich hauptsächlich dem Rauchverbot geschuldet, aber nicht nur. Die Berliner sind so. Und ich? Was fühle ich, nachts in Berlin? Die alte Haßliebe. Der Naturliebhaber in mir findet es scheußlich. Eine Anhäufung von Dreck, Gestank, Lärm, häßlichen Gebäuden und zuvielen Menschen. Die Schriftstellerin in mir ist neugierig, späht in Winkel, phantasiert über das, was sich hinter erleucheten Fenstern abspielt, freut sich über die verrückte, vielfältige Lebendigkeit, notiert im Geiste Einzelheiten. Bin ich eigentlich weltfremd geworden in meinem grünen Randbezirk? Was, bitte, ist zum Beispiel ein „Tomatencasino?“ Ah – es ist nur die Leuchtrekleme defekt, Automatencasino, natürlich. Das Berliner Kind in mir wiederum fühlt sich bei manchem Anblick sentimental heimisch. Litfaßsäulen, nicht die modernen, die sich drehen und leuchten, brr, nein: die dicken, runden, gemütlichen, die mochte ich immer. Vor allem wenn sie wie jetzt im Schein der Straßenlaternen stehen, umgeben von goldenem Herbstlaub. Ich mochte ihre Verläßlichkeit, ich habe sie gern angefaßt als Kind, sie schienen immer ungerührt aufrecht, egal was sich um sie herum veränderte. Eine Zeitlang wollte ich sogar Plakate-an-Litfaßsäulen-Kleber werden.
Die Stadtlichter in der Spree, ein Anblick, den ich liebe und der mich vorübergehend mit der Stadt versöhnt. Der Fernsehturm hingegen – ich mag ihn einfach nicht, finde ihn häßlich, den Funkturm dagegen, der bedeutet mir etwas. Bin ich also doch verbohrter Wessi? Aber der Gendarmenmarkt, der gefällt mir sehr, die Humboldtuni auch.
Das Ambiente des Cafés paßt wunderbar zur Lesung. Schräg widersprüchlich. Gepflegter Stuck an der Decke, aber nackte, ungestrichene, stellenweise inkonsequent bekritzelte Wände. Ostambiente? Nee, sowas gab es in Kreuzberg auch immer. Ich mochte den Stil nie, mag ihn immer noch nicht, dennoch paßt es heute perfekt, zum Buch, zur Stimmung. Zur Stadt. Det is Berlin. Ebensosehr wie das Café Kranzler oder Möhring.

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Andere Autoren sehen, kennenlernen, das tut gut. Plötzlich fühle ich mich nicht mehr so als Einzelkämpfer. Die Texte im Buch sind gut, beim Zuhören wird es mir wieder deutlich, deutlicher als je zuvor. Dass das Thema keineswegs von Gestern ist merke ich nicht nur an meinen eigenen zwiespältigen Gefühlen. Aber die meisten Stühle sind leer geblieben. In den Worten sind ganze, lebendige Welten enthalten, doch außer in die wenigen anwesenden Ohren fallen sie hilflos zwischen die Stuhlreihen auf den ungemütlich krankenhauskackbraunen Linoleumboden und verpuffen in der hallenden, brausenden Weite der ungeheuren Stadt. Vielleicht ist Berlin zu groß für Worte. Berlin braucht keine Geschichten, Berlin ist eine Geschichte, eine, die nie lang genug den Atem anhält um zuzuhören.
Die Nachfrage nach Büchern jedenfalls ist gering.

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Wieder hänge ich ewig in der Warteschleife, um ein Taxi zu bekommen. Auf der Straße fährt auch keins vorbei. Als es dann kommt, erklärt mir der Fahrer, dass in den Funkzentralen einfach zuviel Stellen abgebaut worden sind. „Die Taxis gibt es schon, aber die Vermittlung funktioniert nicht mehr“. Der Fahrer ist Türke. Er will genau wissen, was ich hier gemacht habe, warum ich nachts durch Berlin fahre. Die Langeweile lastet auf ihm. „Lesen denn die Deutschen Bücher?“ fragt er. „Die Türken lesen wenig, sie reden lieber miteinander.“ Wir stehen im Stau. „Das ist normal in Mitte“, sagt er. „Plötzlich sperren sie nachts alles ab, keiner weiß warum. Berlin eben.“
Wir überlegen, was schwieriger ist: genug lohnende Fahrgäste zu finden oder Bücher zu verkaufen. Anscheinend ähneln sich beide Tätigkeiten.
Langsam kenne ich die Gegend wieder. Das ist noch Osten. Die Häuser sind hier moderner, alles nach der Wende aufwändig renoviert. Dafür sind die Schlaglöcher die alten, erschreckend der Straßenzustand zum Teil. Jetzt sind wir über die unsichtbar gewordene Grenze. Hier sind die Straßen geringfügig besser, die Häuser aber unrenoviert. Dafür Westen, vertraut, hier ist „mein“ Berlin. Heißt nicht, dass ich es mag. Ich bin froh, als wir in unsere kleine grüne Straße einbiegen, wo die Häuser flach genug sind, um Platz für den frostklaren Himmel zu lassen, in dem der Mond zwischen Rauchfahnen schwimmt. Am liebsten wäre ich aber noch weiter gefahren, bis an die Küste oder in irgendeinen schweigenden Wald.
Schreiben werde ich trotzdem weiter, so wie viele, viele Autoren in Berlin. Und anderswo. Und Leute werden Bücher lesen. Irgendwo, irgendwelche.

Irrer Fußball

Da liegt Hertha 0:1 zurück im superwichtigen Euro-League Spiel gegen Bröndby – und dieser Trainer zwischen Genie und Wahnsinn nimmt beide Stürmer raus – und gewinnt dann 3:1 mit drei irren Toren in den letzten zwölf Minuten! Selten hat Hertha gucken so viel Spaß gemacht, und soviel nerven gekostet.
Aber den Mut muß man erst mal haben, die Stürmer rauszunehmen in der Situation. Bei Niederlage wär Favre in der Berliner Luft zerrissen worden. Alle Achtung!

Berliner Grenzverlauf (Gedicht)


Berliner Grenzverlauf
(c) Patricia Koelle
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der Autorin

Die Mauer bauten Menschen mit der Hand
auf dass ihr Land aus Angst gespalten sei
erst später fällt das Volk sie mit Verstand
fand sich nach langem Zweifel plötzlich frei

Die Mauer war jahrzehntelang Entsetzen
war Schweigen, Misstraun, Ohnmacht, leise Wut
zerriss viel Leben gnadenlos in Fetzen
hat Hass und Tod gebracht und schließlich Mut

Die Mauer war ein hartes, dunkles Zeichen,
ein Hintergrund der irrtümlichen Thesen
doch helle Einsicht ließ sie friedlich weichen
noch heute suchen wir daraus zu lesen

und aberhundert Fragen bleiben stehen
warum das Unding jemals ward errichtet
weshalb wohl alle Zeiten Mauern sehen
wieso die Menschheit auf sich selbst verzichtet

Die Mauer läuft als eine kalte Narbe
nun ewig durch die lebensfrohe Stadt
ein bittrer Strich von unlöschbarer Farbe
den still man einstmals zu verzeihen hat

Eine hervorragende Darstellung und Erklärung der Grenzanlagen findet man hier.

Geschichten über den Mauerfall und das Leben vor, mit und nach der Mauer finden sich hier:

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Drehorgelparty

Ein Hinweis für Interessierte (es lohnt sich):

11. Internationale Drehorgelparty
Berlin-Charlottenburg/Wilmersdorf
4. und 5. Juli 2009

Programm
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Sonnabend, 4. Juli 2009
11:00 Uhr
Klangvoller und farbenfroher Festumzug
der Drehorgelspieler auf dem Kurfürstendamm
ab Ecke Wielandstraße bis zur Gedächtniskirche.
Anschließend buntes Bühnenprogramm an der
Gedächtniskirche und lebhaftes Spiel auf dem
Kurfürstendamm
Sonntag, 5. Juli 2009
13:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Internationale Orgelspieler auf der Bühne an der
Gedächtniskirche und Evergreens auf dem Kurfürstendamm
15:00 Uhr
Klassisches Drehorgelkonzert in der
Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche
zugunsten der Restaurierung des Alten Turmes

INTERNATIONALE DREHORGELFREUNDE BERLIN E.V.
Straße 482 Nr. 3 – 12349 Berlin – Telefon & Fax: (030) 2 16 21 26

Jubel-Jette
Leierkasten und Rüschenhöschen
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Tel. (030) 40 53 68 84 · Fax (030) 40 53 68 85
Funk 0172-779 56 28
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