Ach, Berlin..!/ Oh, Berlin!

Mauer 206

Jetzt reißen sie ein Stück der East Side Gallery ab. Berlin hat so seine Schwierigkeinten mit Denkmälern. Gebäude, die wirklich niemand mehr braucht stehen unter Denkmalschutz, aber ein Reststück Berliner Mauer weicht „weil es im Weg steht“.

Da können sie abreißen soviel sie wollen, die Mauer und die Mauertoten und das ganze Entsetzen drumherum werden nicht vergessen.

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They are demolishing one of the last remaining parts of the Berlin Wall, which was supposed to be a memorial. Berlin has its difficulties with its memorials. But they can tear down what they want: We will not forget the GDR shot everyone who made a desperate bid for freedom here.

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Mauer 23

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Die Berliner Mauer in Schweden

Ich bekam eine nette E-Mail von einem Lehrer in Schweden:

„Liebe Patricia,
Das war eine grosse Überraschung für mich unde meine Schüler, dass wir Sie auf dem Internet gefunden haben und ausserdem, dass Sie uns geschrieben haben.
In den siebziger Jahren habe ich unter anderem Germanistik an der
Göteborger Universität studiert und im Jahre 1974 auch Berlin
besucht. Ich habe da Ost-Berlin besucht auf der anderen Seite der Mauer.
Ich erinnere mich heute an zwei Dinge, Reisefüher / Guide Ruth im
Treptow Park. Ich habe sie gefragt ob sie die Möglichkeit hätte nach
England zu fahren oder ganz einfach ins Westen zu fahren um schöne
Musik in einem anderem Land zu hören. Sofort habe ich da die Tränen auf ihren Backen gesehen und habe nichts weiter gesagt. Zweitens habe ich von einer Dame im Garderob auf dem restaurant Moravia am Alexanderplats erfahren, dass sie am Abend des 13. August 1961 versucht habe ins Westen zu flüchten, zu spät aber weil die Grenzlinje schon von Polizisten gesperrrt war.
Was ich in Berlin erlebt habe zu der Zeit, aber auch später, ich war
auch in Berlin drei Tage nach dem Jubiläum, hat mich inspiriert ein
Projekt über die Mauer durchzufüren. Wir haben also versucht ein Stück
Mauer zu bauen, mit Graffiti, Bilder/Dokumentation aber haben auch
versucht ein Gefühl zu schaffen mit Ihrem Gedicht „Grenzverlauf“ Ich
habe das Gedicht auf dem Internet gefunden, gelesen und mit meinen
Schülern diskutiert.
Unsere kleine Stadt Herrljunga liegt 80 km östlich von Göteborg…“

Auch mit einer seiner Schülerinnen hatte ich über Facebook einen kleinen Briefwechsel und nun wurden mir Fotos des Projekts geschickt:

Ich finde es sehr schön, dass den Schülern in einem anderen Land die Mauer auf so bildhafte Weise in Verbindung mit eigenen Erfahrungen des Lehrers nahegebracht wird. Und es freut mich, dass mein Gedicht, meine Worte etwas dazu beigetragen haben. So haben wir wohl auch dieses Buch nicht umsonst herausgegegeben:

Mauerfallgedanken

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Manche trauern der DDR nach in diesen Tagen, steht in der Presse.
Nun, ich nicht. Ich darf heute zu einer Lesung fahren. In den Osten. Das wäre früher nicht gegangen. Das Buch, aus dem gelesen wird, haben wir gemacht – eine Freundin und Kollegin die im Osten Berlins aufwuchs und ich, aus dem Westteil. Ohne den Mauerfall hätten wir uns nie kennengelernt. Ohne den Mauerfall hätten wir diese Texte nicht sammeln können. Sie wären nie geschrieben worden, von Autoren aus Ost und West gleichermaßen. Das ist kein Buch für oder gegen den Osten oder den Westen oder die Wiedervereinigung. Das ist ein Buch für alle in oder aus Deutschland. Es erzählt vom Leben mit und nach der Mauer, von den irren Tagen der Veränderungen. Es hat uns sehr viel bedeutet, dieses Buch machen zu dürfen, diese kleinen Mosaiksteinchen festzuhalten, lebendig zu erhalten.
An dieser Stelle ist auch ein Dank an den Dr. Ronald Henss Verlag fällig.
Übrigens habe ich auch unseren Jahresurlaub gerade gebucht. Im Osten. In Mecklenburg-Vorpommern, einem Land, das früher nur ein Märchen war für ein Westberliner Kind.
Für mich ist das was Großes – 20 Jahre Mauerfall! Wahnsinn, um das Wort der Wendetage wieder einmal zu gebrauchen.

Lesetermin am 30.10.2009 ist im Kultur- Cafe Sibylle, Berlin Friedrichshain

Beginn ist 20 Uhr
Ort:
10243 Berlin
Friedrichshain /Kreuzberg
Karl-Marx-Allee 72
Tel. +49 (0)30 29 35 22 03 |

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Jahrestag eines modernen Wunders

Am 9. November jährt sich ein Wunder – das Wunder, dass die Mauer fiel, und zwar friedlich. Weil die Menschen es so wollten. Wer zu jung ist, um sich zu erinnern, oder wer diese Tage schon fast wieder vergessen hat, kann in dem Buch „Mauerstücke – Erinnerungsgeschichten“ davon lesen, wie es war. Wie das Leben mit und nach der Mauer war und während jener unglaublichen Tage im Herbst 1989. Menschen aus Ost und West erzählen hier spannende Geschichten, keine trockenen historischen Fakten.

Leseprobe aus: „Die Mauer meines Vaters“ von René Schuhr
„….Die Arbeitszeiten meines Vaters wurden zunehmend unregelmäßiger. Immer öfter blieb er nun daheim und bemühte sich gemeinsam mit meiner Mutter, mir so etwas wie einen geregelten Alltag zu bieten. Ungewöhnlicher konnte diese Zeit dennoch nicht für mich sein, saß mein Vater doch bereits am Mittagstisch, als ich aus der Schule nach Hause kam. Als wir gemeinsam am Speisen waren, dröhnte von draußen der Lärm durch das geöffnete Fenster in unser Esszimmer. Erst leise, dann immer lauter erklang der skandierende Wir-sind-das-Volk-Stasi-raus-Protestzug. Sofort sperrte ich meine Lauscher auf, mein Vater hingegen verzog die Miene, worauf hin meine Mutter ihn mitleidig anschaute. Dann stand er auf, ging zum Fenster und schloss es. Anschließend zog er die Gardinen zu. Und als die lauten Rufe des Protestzuges nur noch gedämpft zu mir durchdrangen, war es an der Zeit selbst die Stimme zu erheben und ich fragte meinen Vater, was los wäre und was wir tun sollten? Mein Vater verharrte einen Augenblick auf dem Rückweg zum Mittagstisch, kehrte wieder um und stellte sich zurück ans Fenster, um dem Protestzug nach zu schauen. Dann sagte er, die da draußen wären alle gute Menschen, die für die Dinge, die andere ihnen versprochen hätten, kämpfen wollten. Hauptsache, führte er fort, würde auf ´53 und ´68 nicht auch noch ´89 folgen. Das dürfe nicht passieren.
Erst sprach mein Vater nur das Nötigste mit mir und dann stieß er mich mit der Nase drauf. Ich konnte diese Jahreszahlen ganz gut einordnen und obwohl die systemtreuen Lehrer mit den systemtreuen Schulbüchern etwas anderes über diese Jahre vorgaukeln wollten, wusste ich dennoch, was mein Vater gemeint hatte.
Mein Vater ging jetzt gar nicht mehr zur Arbeit. Er saß meistens am Esszimmertisch und verrichtete so unsinnige Dinge wie Geschirr polieren oder Knöpfe annähen. Die Bürger der DDR zogen weiterhin an unserem Haus vorbei und waren dabei mal lauter und mal leiser, aber geschwiegen haben sie nie. Und Vater schloss das Fenster dann immer, aber ein ums andere Mal verharrte er länger im Schutz der geschlossenen Gardine und beobachtete die Menschenmassen. An den folgenden Tagen öffnete er die Gardinen mehr und mehr. Es hatte etwas meditatives ihn minutenlang dort verharren zu sehen, wie er die Protestzüge beobachtete, ja fast studierte.
Wieder einmal saßen wir beim Essen, beim Abendbrot, als erneut der Protestzug an unserem Haus vorbei zog. Aber diesmal war es anders. Mein Vater, von Erschöpfung gezeichnet, hatte er doch stark abgenommen und schien körperlich, aber auch seelisch ausgezerrt zu sein, schritt nicht zum Fenster, um die Realität erneut auszusperren…“

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Widmung

Ich möchte hier gern unsere Widmung aus dem Buch „Mauerstücke – Erinnerungsgeschichten“ zitieren, damit deutlich wird, warum uns so sehr daran gelegen war, dieses Buch möglich zu machen – und warum wir uns sehr wünschen, dass es die Menschen erreicht, für die es geschrieben wurde.

Unsere Widmung aus dem Buch:
Dieses Buch ist allen gewidmet, die daran glaubten, dass die deutsche Teilung als Folge des 2. Weltkrieges eines Tages überwunden sein würde. Allen, die mit und trotz der Mauer gelebt haben, allen, die wegen der Mauer eine Liebe, eine Freundschaft, einen Teil der Familie, ihre Freiheit oder sogar ihr Leben verloren, und allen, die sie am Ende friedlich zum Einsturz brachten. Ebenso jenen, die nachfolgenden Generationen von dem Leben mit der Mauer erzählen und damit Unbegreifliches begreifbar machen und vor dem Vergessen bewahren wollen.
Betina Buske und Patricia Koelle, Berlin 2009

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Mauerstücke – Rezensionen

Auf Amazon gibt es bereits die ersten Rezensionen zum Buch „Mauerstücke„.

1)
5.0 von 5 Sternen. Mauerstücke: Menschen statt Politik, 14. Mai 2009
Von Kellex.
„Mauerstücke“ ist wirklich ein buchstäblich wundervolles Buch. Es berührt, macht nachdenklich und transportiert die unbeschreiblich freudigen Emotionen rund um den 9. November 1989 in die Gegenwart.
In dieser Sammlung von Kurzgeschichten ist es wirklich gelungen die Geschehnisse des Mauerfalls nicht wie so oft von der historisch-politischen Seite aus darzustellen, sondern die ganz individuell erlebten menschlichen Geschichten zu erzählen.
Außerdem ist dieses Buch auch ein Symbol für das immer weiter voran schreitende Einreißen der Mauer in den Köpfen der Menschen aus beiden teilen Deutschlands. Denn sowohl die beiden Herausgeberinnen als auch die anderen Autoren sind bunt gemischt, „Ossis und Wessis“.

2)
5.0 von 5 Sternen. 20 Jahre Mauerfall – Schlaglichter auf die Geschichte, Schlaglichter auf uns, 18. Mai 2009
Von pickinese
Pünklich zum Jubiläum des Mauerfalls versammelt dieses Buch Texte von verschiedensten AutorInnen, die ihre ganz ureigenen Sicht- und Geschichtsweisen auf den Lauf der Dinge präsentieren.
Und während landauf, landab anlässlich der erstaunlich runden Zahl ins politische Horn gestoßen wird, bietet dieses Buch die Gelegenheit, sich ganz persönlich diesem Ereignis zu nähern.
Den Herausgeberinnen ist es dabei gelungen, die unterschiedlichsten Stimmen zu versammeln, Frauen und Männer, jung und alt aus Ost und West. So erfährt man bei der Lektüre nicht nur etwas über Geschichte und sich selbst, sondern kann nebenbei noch auf Textperlen stoßen, die einem lange im Gedächtnis bleiben werden.
Ein rundum gelungener Band.

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Die Mauer für junge Menschen begreifbar machen

Wer ein Referat oder einen Aufsatz zur Berliner Mauer, zum Leben damit und den Geschehnissen um ihren Fall schreiben muß, findet im Taschenbuch „Mauerstücke – Erinnerungsgeschichten“ jede Menge spannenden Stoff. Ebenso, wer einfach nur etwas darüber erfahren will. Oder lebendigen Unterricht zu dem Thema machen möchte.
Viele, die damals jung waren, kommen hier zu Wort. Ein Junge erzählt, wie er damit umging, als nicht nur sein Fußball sondern auch sein neuer Turnschuh nicht über irgendeine sondern über DIE MAUER flog. Ein anderer, wie er am 9. November 1989 mit seiner Familie ins Kino ging und eine völlig veränderte Welt vorfand, als er nach dem Film herauskam. Wieder ein anderer berichtet, wie er an diesem Abend den historischen Moment erlebte, als die Schlagbäume sich öffneten und man nicht nur von Ost nach West sondern auch in umgekehrter Richtung durch die Stadt spazieren konnte, für Berlin bisher undenkbar. Eine Kindheit im ummauerten Berlin (West) wird beschrieben und die Sehnsucht eines Mädchens nach ihrer untergegangen Heimat im Ostteil. Ein anderes Mädchen schenkt den Wachsoldaten einen Käsekuchen, was gar nicht so einfach war.
Eine Jugendliche berichet von ihren Erfahrungen an der Grenze zwischen beiden Deutschlands:

Leseprobe aus „Tonträger im Turnschuh“
von Birgit Jennerjahn-Hakenes:

„Wie viele Tonträger haben Sie dabei?“, fragte die Volkspolizistin meinen Vater, der inzwischen selbst am Steuer saß.
„Keine“, antwortete mein Vater selbstbewusst.
„Ich höre es doch!“, sagte die Volkspolizistin, und ihre Augen weiteten sich zu einer gefährlichen Größe.
Ich saß auf der Rückbank, wie immer, und hörte James Last. Ein Auto mit Kassettendeck, Wahnsinn, und mein Vater hatte keine bessere Idee gehabt, als an der Grenze James Last einzulegen. Wenn ich dann noch bedenke, wie es weiterging… Wären es die Stones gewesen … Naja, wer weiß, ob ich dann heute hier säße, oder noch immer hinter Gittern der längst vergessenen DDR.
Ein Fingerzeig: „Da!“ Aber kein fröhliches „Da“ eines Kleinkindes, das die Sprache und die Welt entdeckte. Nein, ein drohendes „Da“.
„Ach so, Sie meinen die Kassetten. Entschuldigung, daran habe ich nicht gedacht.“
„Das heißt Tonträger. Fahren Sie in die BRD zurück!“
„Ich schmeiße die Kassetten gleich hier weg!“
Toll, mir wurde die Volkspolizistin (im Geiste nannte ich sie nun liebevoll Vopo) fast sympathisch.
„Das heißt Tonträger. Fahren Sie in die BRD zurück!“
„Ich schenke Ihnen die Kassetten!“
„Das heißt Tonträger. Fahren Sie in die BRD zurück!“
Mein Vater fuhr.
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Auch von junger Liebe ist die Rede: von einer, die gar nicht erst zustande kam, weil im entscheidenden Augenblick die Mauer errichtet wurde. Und von einer, der der kalte Krieg keine Chance ließ und die dennoch nicht ganz zerstört wurde.
Der bekannte Mauerkünstler Thierry Noir schließlich erzählt, wie er mit Graffiti gegen die Diktatur vorging.
All diese und viele andere spannende Texte finden sich in:

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Aus dem Geleitwort von André Schmitz, Staatssekretär für Kultur beim Regierenden Bürgermeister von Berlin:
„Diese Geschichten sprechen die Menschen in anderer Weise an und machen das Lebensgefühl einer versunkenen Zeit nachempfindbar. Dieses Buch kann dabei helfen, Jugendlichen zu vermitteln, wie es damals war, weil es ganz andere Erzählperspektiven eröffnet, als sie gemeinhin jungen Menschen zum Thema präsentiert werden.“

2. Platz im „Mauerstücke“ Wettbewerb

Der beeindruckende Text
„Das Lächeln des Generals“ von Michael Dullau

errang den 2. PLATZ

im Schreibwettbewerb

„Mauerstücke – Erinnerungsgeschichten“

Es gratulieren herzlich die Herausgeberinnen
Bettina Buske und Patricia Koelle und der
Ronald Henss Verlag

Die Geschichte erscheint in Kürze in:

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Mehr über das „Mauerstücke“-Buch

Mehr über das Buch „Mauerstücke“ und einen Auszug aus dem Geleitwort von André Schmitz (Staatssekretär für Kultur beim regierenden Bürgermeister von Berlin) sowie einen Pressetext zum Ausdrucken und Weitergeben findet man auch hier.
Das Buch eignet sich auch als Material für lebendigen Unterricht.

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3. Platz im Wettbewerb „Mauerstücke“

Herzlichen Glückwunsch an Anne Bergmann! Ihre wunderschöne Geschichte „Jazz in Berlin“ (Leseprobe hier) errang den 3. Platz im Schreibwettbewerb „Mauerstücke – Erinnerungsgeschichten und erscheint Mitte Mai in dem Buch:

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Das Buch kann bereits vorbestellt werden. Es enthält jede Menge spannender Texte, die von der Zeit vor, während und nach dem Mauerfall erzählen. Das Geheimnis, wer den 2. Platz errungen hat, wird nächste Woche gelüftet.
Zudem gibt es in dem Buch Farbfotos der Berliner Mauer zu sehen.

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