Gedankenplaneten

So wie die beiden hier in den regenfeuchten Frühling träumen, so habe ich in den letzten Tagen an meinem Schreibtisch geträumt.
Planeten entstehen, indem sich Materie zusammenballt, verdichtet, eine immer größere Anziehungskraft entwickelt und sich alle verschiednenen Fremdkörper einverleibt, die durchs All getrieben kommen. So ähnlich ist es mit Ideen. Auch mit Romanplänen. Mein Problem war gerade, dass das, was an Fragmenten angesaust kam, auf zwei verschiedene Objekte verteilt werden muss. Das eine klebt hier, jenes da. Manchmal haftet etwas woanders als gedacht. Die Körper entwickeln ein Eigenleben. Teile stoßen zusammen, spalten sich, gehen getrennte Wege oder schleudern sich aus der Bahn. Am Ende nehmen sie doch Gestalt an, wenngleich eine offene, noch lange wandelbare, und koexistieren, ohne sich zu behindern.
Es gibt also wieder einmal zwei Romanentwürfe. Dann musste ich mich für einen entscheiden. Der andere wird warten und im Hintergrund wachsen.
Durch einen Brief, der gestern landete, fehlende Rechercheinfos und aufmunternde Worte enthielt, habe ich mich entschieden. Einfach angefangen. Heute habe ich das zweite Kapitel fast beendet. So einen Roman zu schreiben, das ist wie ein zweites Leben geschenkt bekommen, ein Paralleluniversum, in dem man sich austoben kann. Es ist herrlich aufregend. Im Gegensatz zum letzten Mal wird dies bis auf geringfügige Spuren kein autobiographischer, sondern völlig fiktiver Roman. Ein wenig länger und komplexer, und ich werde mir mehr Zeit lassen. Es wird auch Pausen geben, weil es Sommer ist, und aus diversen Gründen wenig Zeit zum Schreiben. Aber einmal gestartet, wird die Geschichte auch ihren Weg gehen bis zum Ende.
Wer hin und wieder reinschnuppern möchte, wie der Entstehungsprozess so läuft, der kann das gerne tun:
HIER

Inspirationsknoten

Manchmal habe ich einen Kreativitäts-Kurzschluss im Gehirn. An einem solchen Tag – wie heute – bekomme ich dann absolut nichts geschrieben. Nachts haben sich drei verschiedene Projekte im Denken gedrängelt, bei Tag wollte nichts davon raus weil keins das andere vorbeigelassen hat.
An solchen Tagen nehme ich mir ein paar Stunden Urlaub von mir selbst, stöbere sinnlos auf wildfremden Blogs herum oder google irgendwas, anstatt wenigstens die Wäsche zu machen oder den Rasen zu mähen. Aber hinterher geht es mir besser und am nächsten Tag schaffe ich doppelt soviel.
Ein schlechtes Gewissen habe ich trotzdem. Weil ich mich geschwänzt habe. Und die kostbare Zeit nicht genutzt. Aber im Unterbewußtsein gärt und düngt trotzdem was. Irgendwann kommt es auch aufs Papier. Später. Hofffentlich.

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