Green, green grass of home

Auch wenn die Sonne Ferien macht, so ist doch dieses ungewöhnlich satte, saftige, dunkle, tiefe, überschwängliche und gleichzeitig ruhige Grün, dass wie der Teppich in einer Luxussuite momentan auf allem liegt, seltsam befriedigend.
Ich habe auch um die Gänseblümchen herumgemäht, weil ich sie nicht einen einzigen Tag missen möchte. Das geht nur etwa zweimal, denn sie hören auf zu blühen wenn man sie nicht schneidet. Darum lasse ich jedes Mal eine andere Stelle stehen.
Ich wünsche allen, die vorbeischauen, wunderschöne, grüne Pfingsten mit Blümchen, ob mit oder ohne Sonne (Hier herrscht verträumt-kühler Nebel).

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Aprilminiaturen (Frühlingsgedichte)

April 1

Wir drehen Sonnenrunden
seit Aberjahrmillionen
Ich merk inzwischen bloß:
es sind die kurzen Stunden
nur zwischen Anemonen
genau so wundergroß.

*****

April 2

Wache Erde
legt mir Sterne
auf den alten
Weg. Ich werde
wirklich gerne
aufgehalten.

*****

April 3

Man merkt es nicht im Stehn:
der Himmel ist zur Zeit
vom Boden aus gesehn
nur einen Stängel weit.

*****

Kleine Freuden

gänse3

Ich habe mir einen kleinen Wunsch erfüllt, bescheiden wie die von mir geliebten Gänseblümchen. Ich habe zum ersten Mal seit etwa einem Vierteljahrhundert eine Geschichte auf Englisch geschrieben. Ich kann es zu meiner Überraschung noch – ich bin sogar zufrieden damit und werde sie bei einem Wettbewerb einreichen. Sie wird keine Chance haben, aber darum geht es gar nicht, ich freu mich trotzdem.
Englisch war in meiner Kinder- und Jugendzeit „meine“ Sprache für Persönliches, für gute Gespräche, Tagebuch, Geschichten, Träume, und gelesen habe ich auch fast nur Englisch. Als dann die Mauer fiel, verließen die Amerikaner, deren Kinder ich betreut hatte, die Stadt, und ich hatte kaum noch Gelegenheit mit jemandem Englisch zu sprechen. Zum Lesen kam ich kaum noch. Ich fing an, die Worte zu vergessen und es war, als ginge ein Teil von mir verloren. Jetzt hab ich ihn wieder und fühle mich befreit.

Dafür habe ich Pflichten liegenlassen, zum beispiel den Rasen nicht gemäht – er dankt es mir mit netten Blumen.

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Diese Saxifrage ist aus dem Beet entwischt – ich mag sie sehr, weil die einzelne Blüte so klein ist, kaum größer als die gelbe Mitte eines Gänseblümchens:

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