Jahreszeitenpotpourri

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Heute war eine setsame und beglückende Stimmung im Garten; so als habe jemand das Beste aller Jahreszeiten in einen Topf oder vielmehr: in eine Stunde geworfen. Die Sonne schaffte es auch um zwölf Uhr mittags gerade mal über die Baumkronen, hatte aber Kraft, zu wärmen. Das Thermomezter zeigte fünfzehn Grad, was völlig ausreichte, um auf der Terrasse im kurzärmeligen Shirt Pizza zu essen. Manche Bäume waren schon kahl, andere leuchteten golden. Doch die Meisen und Amseln sangen wie im Frühling, ebenso blühten die Stiefmütterchen, während am Himmel die letzten Gänse und Kraniche rufend nach Süden zogen. Der Spätsommer meldete sich noch einmal mit Astern Dahlien, Löwenmäulchen, Männertreu und Rosen sowie ein paar Fliegen, Mücken und einem bestimmten Duft. Der Winter hingegen war schon vertreten im Winterjasmin und dem Weihnachtsstern, der im geleerten Brunnen steht. Diese Stunde war ein Geschenk, das es tief zu kosten galt.

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Heitere Jahreszeitengedichte, Bilder und Platz für eigene Notizen gibt es in diesem Verschenkbüchlein:

Wunschlos glücklich

Dieses Schneeglöckchen kann es locker mit einer Orchidee aufnehmen. Ich mag es sogar viel lieber. Darum könnte ich auch nie in die Karibik auswandern: Mir würden die Schneeglöckchen fehlen. Sie sind der Anfang von allem, vom Jahr, vom Leben, von der Hoffnung, vom Traum.

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Die frühe Iris ist mir da schon fast zu extravagant. Sieht sie nicht aus wie ein Paradiesvogel, der falsch gelandet ist?

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Aber die Krokusse (Claudia, wie heißt der korrekte Plural von Krokus…?), die sind mir gute Freunde auf dem Weg zum Frühling. Viele Menschen wissen nicht, dass sie duften. Man muß natürlich bereit sein, sich der Erde zu nähern und dreckige Knie zu bekommen, wenn man daran schnuppern möchte.

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Dann geben sie ihre Geheimnisse preis. Duft und Safran, Wassertropfen und kleine Gesichter.

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Ich habe in der Sonne gesessen, die plötzlich so warm war als trüge sie alle Erinnerungen an den letzten Sommer vollständig in sich, den Duft und die Farben der Blumen um mich, ein paar summende Bienen zur Gesellschaft und mit einer Schale Erdbeereis. Völliges Glück kann so einfach sein und so billig!

Auf die Sahne habe ich verzichtet, wer braucht die, wenn man in das Innenleben einer Narzisse blickt:

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Der Vorteil, dass es nun wieder regnet, ein sanfter Frühlingsregen, liegt darin dass die Krokusse so viel länger halten.

Und so sieht es im Garten meiner Eltern dieser Tage aus. Die Sonnenuhr haben wir ihnen zur Goldenen Hochzeit geschenkt; seitdem vermehren sich die Krokusse jedes Jahr drumherum als spiegelten sie irdisch den Sternenhimmel.

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Eine Geschichte zum Thema gibt es hier.

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