Christlichkeit für Bares

Da hatte ich doch tatsächlich angenommen, eine christliche Zeitschrift befaßt sich mit Themen des menschlichen Miteinanders.
Falsch. Sie schreibt das, wofür man bezahlt.
Aber fangen wir von vorne an.
Ich habe einen Roman geschrieben, einen Erfahrungsbericht, der zwar nicht christlich ist, aber vom Mut zum Leben und zum Lieben trotz Schwerstbehinderung und von der Größe des kleinen Glücks erzählt, das nicht selbstverständlich aber machbar ist. Vom Helfen und vom Teilen. Und da der kleine Verlag, der den Mut hatte, eine solche Geschichte auf den Markt zu werfen, keinen Werbeetat hat, habe ich verschiedene Zeitungen und Zeitschriften angeschrieben mit der Frage, ob sie Interesse an einem Rezensionsexemplar hätten. Unter anderem gab es da eine christliche Zeitschrift, die mit solchen Worten für sich warb:
„bewegende Erfahrungsberichte, spannende Interviews, Tipps zu Alltagsfragen und vieles mehr. Menschen erzählen offen, wie sie Schwierigkeiten und Ängste überwinden… eine Plattform, wo Frauen voneinander lernen und miteinander lachen können, sich gegenseitig ermutigen, beraten und anspornen.“
Paßt doch, dachte ich, und schrieb sie an.
Daraufhin bekam ich eine Antort, in der folgender Satz stand:
„In der Regel stellen wir nur Bücher von Verlagen vor, die auch Werbung bei uns machen…tut uns leid.“
Nun möchte ich der betreffenden Dame nicht persönlich einen Vorwurf machen. Sie hat sich die Mühe gemacht, mir zu antworten, was fast nie vorkommt. Zweitens macht sie wahrscheinlich nicht die Regeln. Und drittens ist es immerhin eine ehrliche Antwort.
Trotzdem finde ich das so desillusionierend dass ich mir wünschte, sie hätte mir eine unehrliche Antwort gegeben. Etwa: So etwas machen wir grundsätzlich nicht. In der Zeitung ist kein Platz dafür. Oder: Sie sind als Autorin zu unbekannt. Oder: Ihr Buch ist schlecht, schon der Klappentext gefällt uns nicht.
Mit solchen Antworten habe ich kein Problem. Aber dass in einer Zeitung mit angeblich christlichem Anspruch im Klartext derjenige Aufmerksamkeit bekommt, der dafür bezahlt, das finde ich – ja, unchristlich eben.
Sicher müssen auch diese Zeitungen ihre Unkosten hereinbekommen und über Anzeigen etwas verdienen. Aber kann das eine Bedingung dafür sein, einem Thema Raum zu geben?
Ich zahle noch immer aus Überzeugung Kirchensteuer, obwohl ich dafür oft ausgelacht werde.
Ich bin öfters von Kirchenzeitungen gebeten worden, ob sie Geschichten und Gedichte von mir abdrucken dürfen und ich auf mein Honorar verzichten würde. Sie durften. Ich verzichtete.
Damit wir uns nicht falsch verstehen: ich werfe hier nicht alle christlichen Zeitungen in einen Topf. Ich habe von einigen auch schon ein Honorar bekommen, ein mehr als anständiges, ohne danach gefragt zu haben. Andere haben von sich aus zum Dank auf meine Bücher hingewiesen.
Doch beim Lesen dieser Mail habe ich wieder einmal überlegt, ob ich wirklich weiter Kirchensteuer zahlen soll. Oder von dem Geld doch lieber eine Werbeanzeige in einer Zeitung bezahlen soll.
Aber dann in einer „unchristlichen“. Oder?

Nachtrag: Ich habe gerade noch eine Mail erhalten. Die zweite christliche Zeitschrift, die ich anschrieb, freut sich auf ein Rezensionsexemplar. Und ich habe nichts dafür bezahlt, dass ich es schicken darf. Der Verlag auch nicht.
So geht es also auch!

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Freilandadvent

Wir frühstücken wie im letzten Jahr immer draußen, mit Decke, versteht sich. Da wird man richtig schön munter. Und weil es so schön ist, zünden wir dabei die Kerzen auf dem Adventskranz an, die sich im Schutz der Hauswand tapfer gegen den Nordwind behaupten. Dazu klingen oft noch die Kirchenglocken herüber. Eine gute Art, den Tag zu beginnen und ihn als nicht selbstverständliches Geschenk zu feiern.

Der Schneemann freut sich dabei mit.

Peters Fußball-Fan-Zwerge auch. So verkleidet finde ich sie direkt erträglich, auch wenn es sich um Gartenzwerge handelt.

Viel eleganter aber ist das Liebespaar unter der Birke, das jetzt wärmenden (und ganz unschädlichen) Pelz trägt. Fast könnte man neidisch werden, so kuschlig und ungestört stehen sie da, umfangen von ihrer stillen weißen Welt.

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