Die Nacht ist ein Klavier

Diesen neuen Kurzroman gibt es ab heute als ebook bei Amazon: Für den Kindle, oder mit der Kindle App für PC und IPad etc.

„… Lucie sah nicht wie sonst auf Nicks Hände sondern in seine Augen, und ihre eigene Hand klammerte sich an sein Hosenbein. „Spiel, Karl!“
Nach und nach fand er sich in die heitere Melodie, steigerte das Tempo, wie es sich für dieses Lied gehörte.
Zum ersten Mal sah er ein Lächeln auf Lucies Gesicht schleichen. Er entdeckte es in den Fältchen um ihre Augen, bevor es ihren Mund erreichte. Und wusste, dass er die Melodie niemals irgendwo hören würde, ohne ein Echo dieses Lächelns in seinen eigenen Zügen zu spüren…“

Das Cover zur neuen Geschichte

Diese Geschichte wird ab Dienstag als Kindle ebook erhältlich sein. Wer keinen Kindle hat, kann sie problemlos auch auf dem ipad, smartphone oder Pc lesen, wenn er sich die kostenlose Kindle-App herunterlädt.

Kennt Ihr Kalle?

Leseprobe aus „Die eine, große Geschichte“.

….
Der Himmel berührte tatsächlich an den Rändern nicht mehr die Erde. Er schwebte auf einem Ring aus Licht. „Horizont, Kalle, das ist der Horizont“, mahnte er sich. Auch wenn er nie am Meer gewesen war, gehört hatte er einiges, da kam man nicht drum herum als Sohn eines Pädagogen, der auch nach dem Zähneputzen und vor dem Frühstück Lehrer war.
Der Ring aus Licht war unten aprikosenfarben, darauf lag schmales Grün, und dann kam Blau bis zum Rand der tiefhängenden Wolken. Aber nicht nur ein Blau. Kalle senkte den Blick vor diesem gewaltigen Chor aus Blau und schrieb das Wort in sein Notizbuch. „Blau!“ Er würde dann schon wissen, was er gemeint hatte. Das Ausrufezeichen würde seine Erinnerung bewachen. Blau gehörte auf jeden Fall in die eine, große Geschichte, die er in diesem Moment ganz um sich herum spürte. Das klang nicht nach viel, aber es war ein neues, großes Blau, das nicht das Geringste mit dem Blau der Trikots von seinem Verein Hertha BSC zu tun hatte oder Annelieses engen Jeanswesten.
Er war froh über das vertraute Wolkengrau, das einen Deckel auf das Blau legte und dessen Regen den Staub der zurückgelassenen Stadt zusammen mit dem kleinen Erschrecken von seinem Gesicht wischte.
Erst zaghaft, dann mutiger lief er die Mole bis zum Ende. Niemand außer ihm war mehr hier, die anderen Touristen waren umgekehrt oder gleich zwischen Cappuccino und Torte in den Cafés hängengeblieben.
Am Ende stand ein Leuchtturm, grün, und in der Ferne entdeckte er einen zweiten, roten. Zwillingswächter an einem Tor zur Welt, zur Ferne, zum Blau. Dazwischen fuhren Schiffe, riesige Fähren, kleine Segelschiffe, ein Motorboot der Polizei auf Schaumkronen. Kalle lehnte sich an den Leuchtturm, ihm war schwindelig von dieser bewegten Weite. Sie löschte für den Augenblick die Straßen der Stadt, die Menschenmengen, den Benzingeruch, alles Vertraute aus ihm und den Boden unter seinen Füßen.
Er vergaß die Zeit; hier war sie überflüssig. Als er müde wurde, setzte er sich auf den äußersten der Felsen, die um das Ende der Mole aufgeschüttet waren, um die Gewalt der Wellen zu brechen.
Ein weißes, klobiges Schiff fuhr aus dem Hafen, so dicht an der Mole und an Kalle vorbei, dass er es fast hätte berühren können. Menschen lehnten an der Reling, manche sahen nach vorn, andere zurück, einige winkten. Kalles Blick traf einen anderen, einen aus grauen Augen unter entschiedenen Brauen. Dazu gehörte ein Lächeln, dessen Mundwinkel sich leicht nach unten bogen und das dadurch umso heller wirkte. Der Blick einer Frau mit schulterlangen dunklen Haaren, in denen der Fahrtwind eine Extraschleife drehte, einer zierlichen Frau in taubenblauer Jacke und weißen Hosen. Sie gehörte nicht zu denen, die winkten. Sie warf ihren Blick wie ein Tau über die Armlänge Meer, und er machte sich mit einem doppelten Knoten in Kalles Erinnerung fest….

Etappenlicht

Jahrelang spielte die Geschichte in meinem Kopf, wurde angefangen, verworfen, wieder angefangen, breitete sich auf Notizzetteln aus, in Kisten, Schränken, auf Tischen.
In diesem Sommer habe ich endlich den richtigen Anfang gefunden und bin nun sicher, dass ein Buch daraus wird. Gestern habe ich das zehnte Kapitel geschrieben, was insgesamt ungefähr hundert Seiten bedeutet, und heute wird der zweitausendste Leserklick auf das Blog erfolgen, auf dem man die Geschichte beim Entstehen mitlesen kann.
Ohne die Leser, die mich beim Schreiben ermutigen, wäre ich noch nicht so weit. Ein großes Danke an Euch!
Natürlich ist das nur die Rohfassung, aber ich freue mich über diese geschaffte Etappe. Wie zur Belohnung stand gestern auf einmal eine regenbogenfarbige Eiswolke am Himmel. Ein ganzer Regenbogen ist natürlich schöner, aber so ein leuchtendes Stückchen ist auch Grund zur Freude – und das ganz ohne Regen! 🙂

Für Leseratten

Ich habe hier gelegentlich vom Schreiben erzählt und von der Entstehung eines Romans. Wer Lust zum Schmökern hat, kann nun hier einen Blick auf die ersten Kapitel werfen. Das Buch erscheint im September im Dr. Ronald Henss Verlag.

KLICK für Neugierige

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