Duschreise/Shower travels

wpid-20130221_121219.jpgOb Nachbarn, Freunde, Familie oder die Krankengymnastin – alle treibt es im Februar in die Ferne. Nach Italien, Spanien, Griechenland, auf die Kanaren oder nach Thailand. Ich kann das verstehen. Ich mag das Grau auch nicht mehr sehen – eigentlich. Und ich gönne es ihnen von Herzen. Aber ich würde trotzdem niemals um diese Jahreszeit verreisen, schon gar nicht in den Süden. Denn wenn sie wiederkommen, frieren sie alle und ärgern sich um so mehr über das Wetter.

Die Schneeglöckchen sehen sie gar nicht mehr, so voll sind ihre Gedanken von Hibiskus, Bougainvillea und Kakteenblüten. Ich mag den Februar auch nicht, obwohl er der, wie ein Freund sagte, „Monat der schnellstmöglichen Hellerwerdung“ ist und somit auch seine Berechtigung hat. Aber ich mag es, wie der Frühling sich anschleicht: in den Stimmen der Amseln, die jetzt schon abends in der Dämmerung singen als wären es fünfzehn Grad. In dem Geruch der Erde unter dem Schnee. In den grünen Spitzen, die sich reihenweise durch den Schnee bohren, pfeilgerade himmelwärts. In den Knospen, die am Pfirsichbaum täglich dicker werden. In den hellen Morgen und dem überraschenden Sonnenstand, wenn sie sich für einen Augenblick durch die Wolken mogelt. In der kleinen Aufregung der Enten, die in den freien Wasserstellen schon balzen und unauffällig nach Nistplätzen Ausschau halten. In den frischgrünen jungen Grasstellen am Südhang im Moor. – So leise schleicht der Frühling gar nicht. Der begenet mir überall, und das möchte ich nicht versäumen, in keinem einzigen Jahr. Das erste mal in kurzen Ärmeln draußen. Das erste Mal barfuß. Das erste Mal draußen essen, vielleicht noch mit Decke, aber mit Februarendoderanfangmärzsonne im Gesicht. Frühling in Deutschland ist für mich ein klarer Fall von „Weniger ist mehr“,  ein gradioses, gelungenes  Understatement.  – Und wenn mir wirklich mal alles zu grau ist, dann genügt eine Fantasiereise in Form einer heißen Dusche in unserem Delfinbad, und ich bin wieder bereit für den filigranen Berliner Früh-frühling.wpid-20130223_181320.jpg

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Neighbors, family, friends and the baker, everyone seems to leave Berlin in February. They flock south, to Italy, Greece, the Canary Islands or Asia. When they return, their thoughts are so full of tropical flowers they have no eyes for snowdrops, and they feel cold all the time.

I wish them joy, but I would never want to travel at this time of year. I don’t want to miss out on the slow sneaking up of spring.  Spring around here is definitely a case of less is more, a gourgeous understatement.  I hear it in the blackbird’s song, smell the wakening earth under the greying snow, see it in an army of brave green tips breaking through icy crusts and aiming straight for a sky that brightens a little every day in spite of biting eastern winds and heavy  clouds.  In the few moments I really get tired of the Febraury grey, a daydream under the hot shower in our dolphin bathroom is travel enough for me and I am ready again for the beautiful filigree spring  of Germany.

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Rundgang durchs Paradieschen

Heute möchte ich mal wieder zu einem Rundgang durch unser heißgeliebtes Paradieschen einladen, weil es gerade so herrlich blüht. Damit es keine Mißverständnissse gibt: es handelt sich nur um einen wirklich kleinen Berliner Reihenhausgarten. Wir haben nur einfach jede einzelne Ecke ausgenutzt, alles in Eigenbau, mit der Hilfe lieber Freunde, oft aus Resten, und über viele Jahre.

Das ist der Eingang zum Haus:

eingang

Links sieht man den winzigen Ostgarten, wegen der Morgensonne auch Morgengarten genannt, den ich mit Absicht für einige Zeit verwildern lasse; ich brauche ein Stück Wildnis um mich. Da gibt es einen Apfelbaum auf einer Wiese mit hohem Gras, und in dem Baum wuchert eine Rose.

ostgarten

apfel

Und Brombeeren gibt es auch.

brombeere

Hinter dem Haus treten wir aus der Terrassentür in den Südgarten und sehen die „Teetrinkbank“ unter der Zeder. Die Zeder paßt nicht aufs Bild, die ist zu groß. 🙂 Drumherum wachsen Männertreu, fleißige Lieschen und was unbekanntes Gelbes, dahinter steht ein Oleander und auf der Bank der Katzenschwanz, der noch aus meiner „Studentenbude“ stammt.

zedernbank

Dann treten wir durch den ersten Rosenbogen auf die Terrasse.

tor1

Wenn wir uns hier in den Liegestuhl setzen, haben wir diesen Blick. Ich werde nie müde, ihn zu genießen. Die Zitronen sind übrigens echt.

kaminbank

Man kann sich aber auch auf die Kaminbank setzen. Wenn wir grillen und der Kamin an ist, ist es von hinten schön warm. Der Blick geht von hier auf das Beet, in dem der kleine Pfirsichbaum steht, sowie Cosmea, Bornholmer und Stockrosen blühen, drumherum Pfennigkraut.

bankbeet

Rechts von der Bank steht der Brunnen, oben ranken Clematis, Rosen und Dipladenia an einem abgestorbenen Baum, den wir als Blumenständer und Rankstütze benutzen, und weil’s so schön ist hier nochmal ein Detail:

bankblick

Blicken wir nach links, sehen wir das Beet neben dem Liegestuhl, in dem eine Solar-Vogeltränke sprudelt und Löwenmäulchen, Lavendel, Islandmohn und Verbenen blühen, dahinter ein Sommerflieder, der bald Schmetterlinge anlocken wird.

solarbeet

Von der Bank haben wir geradeaus den Blick auf den Hochteich, in dem bald die Seerosen aufblühen werden, etwas verspätet dies Jahr, vielleicht weil der Winter so kalt war.

teich

Rechts vom Teich geht der Blick zum Gartentor, das zum Nachbargrundstück führt. Das Tor erleichtert gemeinsame Grillabende und gegenseitiges Brot-leihen.

nachbarblick

Wir erheben uns nach diesem Verweilen von der Bank und gehen nach rechts Richtung Westgarten. Vor dem Verlassen des Süd- oder Weißen Gartens blicken wir von hier nochmal zurück auf den Teich. Die Phoenixpalme habe ich vor einem Vierteljahrhundert als kleinen Setzling bekommen.

teichblick

Dann treten wir durch den zweiten Rosenbogen in den West- oder Grünen Garten.

torwest

Es eröffnet sich nun dieser Blick:

westgarten

Links sehen wir die alte Buchenhecke, die so geschnitten wird, dass sie ein Dach bildet, unter dem man bequem im Schatten sitzen kann.

hecke

Rechts die Grillecke mit dem Kamin, in dem wir manchmal abends ein schönes Feuer machen, vor allem im Herbst, aber auch an langen Sommerabenden.

grillecke

Gehen wir weiter, steht links die Schaukelbank im Heckenschatten. Sie ist aus Metall und hat den Vorteil, dass sie nach Regen sofort trocken ist. Setzt Euch, liebe Leser!

schaukelbank

Von hier hat man nach rechts diesen Blick durch den Rosenbogen, durch den wir eben gekommen sind:

zuterasse

Zoomen wir ein wenig heran, sehen wir den kleinen Weg zur Komposttonne und dem vielen schönen Kaminholz, das alles im Garten angefallen ist, von der Zeder und den Buchen und wildwachsenden „Ahörnern“. Außerdem können wir die wunderschöne Hortensie und die Strelizie bzw. Paradiesvogelblume bewundern, die ich vor 36 Jahren als Samenkorn von den Bahamas mitgebracht habe.

kompost

Geradeaus sieht man noch einen geliebten Sitzplatz:

sitzplatz

Links davon die Romantikecke mit dem Kugelbrunnen unter der Trauerbirke:

kugelbrunnen

Noch weiter links fällt der Blick auf die Holzterrasse mit der Hollywoodschaukel (hier im „Regenkleid“, daher angeschmuddelt) und dahinter den kleinen Nordwinkel, in dem eine Magnolie wächst, die im Frühjahr wunderschön rot blüht.

holzterasse

Und ganz links der neu angelegte Steingarten, der noch zuende bepflanzt werden muß. Obendrauf wachsen Freilandbananen und Dahlien.

steingarten

Ich hoffe, die kleine Pause im Blumenreich hat Freude gemacht.
Zum Abschluß gebe ich Euch noch eine Blüte mit und wünsche einen guten Weg und einen schönen Tag.

schön

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