Schwierige schmierige Zeiten

Diese erstaunlichen, märchenhaften Wesen, die ich in lang vergangenen Sommern auf den für ihre einzigartigen Muschelvorkommen bekannten Inseln Sanibel und Captiva an der Golfküste Floridas gesammelt habe, gehen gerade im Öl zugrunde, möglicherweise unwiederbringlich. Mit ihnen die freundlichen Pelikane, mit denen ich geschwommen bin, die zarten Seenadeln, Quallen, Anemonen, die Rochen, alles alte Gefährten. Auch die anmutigen Wasserschlangen, die zauberhaften Anhingas, die kleinen und großen Kaimane und Alligatoren, die Seekühe. Die Pfeilschwanzkrebse, bei denen es sich um lebende Fossilien handelt. So viele empfindliche Lebewesen der Mangrovensümpfe und der Everglades…
Für meine Trauer um sie gibt es keine Worte.
Florida ist kein reiches Land, viele sind dort bitterarm und leben allein vom Fischfang und den Touristen. Auch für sie bricht alles zusammen.
Aber es ist zu billig, die ganze Katastrophe nur auf Ölmultis und Politiker zu schieben. Auch ich mag es, wenn die Heizung läuft und der Teekessel kocht. Wir alle sind schuld. Ich hoffe, dass wir dazulernen und sich in den nächsten Jahrzehnten Grundlegendes ändert. Die Indianer hatte es schon mal begriffen, und viele andere Völker auch. Es muss möglich sein. Irgendwann.

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