Der öffnende Blick


Ich gehe an dem Gartenspiegel vorbei, gewahre die Rosen darin, und auf einmal sind sie schärfer, deutlicher, spannender und geheimnisvoller als die Originalblüten, die mein Haar streifen wenn ich durch das Tor gehe. Diese berühren mich, sie duften, und doch ist mir ihr Abbild seltsam näher als die Wirklichkeit. Denn darin finde ich die Geschichten. Etwas löst sich aus dem alltäglichen Zusammenhang, begegnet mir anders, und wird so in einem schimmernden Augenblick zu einem Samenkorn für eine Erzählung. Ein Anfang keimt in meinen Gedanken, ein Gesicht taucht auf, ein Name, eine Herkunft, eine Frage, ein Weg. Zwei, die ich eben noch nicht kannte, spazieren durch mein inneres Blickfeld, wechseln zu meiner Überraschung Worte. Sie sehen mich nicht, aber ich sehe sie, und ich gebe ihnen Raum auf einem Notizzettel, dann der Tastatur, noch ehe das letzte Tageslicht aus dem Gartenspiegel verschwunden und das Bild gelöscht ist.
Solch unvermuteten Begegnungen, solche Reisen in einen Spiegel, eine Wolke, eine Wasseroberfläche, eine Windspur im Gras sind Glück und Gnade.
Heute führte es zu einer Weihnachtsgeschichte, an Pfingsten. Solche Begegnungen kennen keine Zeit; vielleicht macht das ihr Wunder aus.

Aber nur, wenn sich später auch dem Leser für einen Moment ein Fenster öffnet, ist es mir gelungen, das Bild und das, was dahinter geschieht, einzufangen.

Autorenräume (Gedicht)

Autorenräume
(c) Patricia Koelle

Ich werd mit jedem Stern geboren
geh oft in Galaxien verloren
fühl meist mich Schwester der Plejaden
flieg sommers auf dem Sternbild Schwan
von Venus zu Aldebaran
durch weite himmlische Arkaden.

Will mit Worten Wege weben
folg Entwürfen, die entschweben.
In jedes Meer werf ich mein Lot.
Mit hellwirbelnd Muschelscherben
möchte hundertfach ich sterben
hoher Wellen runden Tod.

So streunt mein staunend Seelensein
irrt wirr und still und gern allein
zwischen Ozean und dem All.
Beide sind mir tiefe Heimat
werfen zündend lichte Saat
beide bringen mich zu Fall.

Die Erde ist mir nur Station
auf der ich einen Traum lang wohn
trotz andren Rufs den ich vernommen.
Hier wurd ich Gast
und glaube fast
ich war dem Wind willkommen.

Adventskalender

Für alle Eltern mit kleineren Kindern, Omas mit Enkel, Tanten mit Nichten und Neffen etc. startet heute mein Adventskalender zum Vorlesen. Dazu gibt es ein Gewinnspiel.

Drachen

Es geht um einen kleinen Drachen und zwei Kinder. Wer will, kann heute schon mit der Vorgeschichte beginnen, und die Geschichte für den 1. Advent ist auch schon zu lesen. Jeden Tag wird eine Geschichte folgen.

Fissinor, Lukas, Lisa und ich freuen uns über jeden einzelnen Besuch. Wer Fissinor ist….? Nun, lest selbst…

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