Frühling – wirklich!

Warum Mitte Januar bei mir Frühling ist? Weil ich heute das erste Schneeglöckchen gefunden habe.

Und weil wir zu der netten chinesischen Blumenfrau spazierengegangen sind und mein Liebster auf dem Rückweg mit dem Rollstuhl singend durch die übriggebliebenen Streusplitthaufen kurvte, eine große Kiste blühende Primeln auf den Knien. Solche Momente machen alles, aber auch alles wett mit dem wir uns manchmal herumquälen müssen.
Die Primeln stehen jetzt in einer Pflanzschale, die ich, wenn der Frost zurückkommt, mal eben schnell in den Schuppen stellen kann. Und so haben wir vor dem Fenster Frühling.

Ich weiß, es ist noch Winter. Der wird auch noch mal wiederkommen. Und ich mag ihn immer noch. Aber die Schneeglöckchen verschwinden jedenfalls nicht wieder in der Erde. Und auch die anderen grünen Spitzen nicht, die in den letzten Tagen zehn Zentimeter gewachsen sind.
Ich muss schmunzeln über uns und wie relativ alles ist. Im Oktober sagten wir: „Zehn Grad, puh, ist das kalt geworden!“ Jetzt finden wir zehn Grad unheimlich warm, weil es dreißig Grad mehr sind als noch vor kurzem. Wir frühstücken ohne Jacke auf der Terrasse und die Meisen zwitschern dazu weil sie genauso im verfrühten Vorfrühlingsrausch sind wie wir. Hach, Leben ist schön!

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