Aufbruch

Während mein bester Freund auf dem Jakobsweg unterwegs ist, packen wir für unsere zwei Wochen an der Ostsee. Für uns ist eine solche Reise aufgrund von Peters Behinderung auch ein Jakobsweg, eine Herausforderung über viele Hindernisse und Überwindung hin zu uns selbst. Diesmal haben wir zum ersten Mal eine Ferienwohnung gemietet statt in einer Kurklinik unterzukommen. Das heißt, wir sind ganz auf uns allein gestellt. Kein Klingelknopf, wenn wir Hilfe brauchen weil etwas nicht klappt: wenn ich es nicht schaffe, Peter aus dem Bett zu holen, weil der Rollstuhl wegrutscht oder er die Balance verliert. Oder etwas Unvorhersehbares eintritt. Kein vertrauter Technikdienst wenn die Beatmungsmaschine versagt oder der Elektrorolli. Es erfordert eine ganze Menge Mut. Aber wir waren die letzte zwei Jahre schon nicht weg. Und Peter freut sich wahnsinnig auf die Reise. Also Augen zu und durch, wir schaffen das! Freitag geht es los und ich kann nur hoffen, dass es keinen großen Stau gibt, das wird zu anstrengend für Peter.-

Heute kommt noch der Gutachter, der entscheidet, ob Peter den nötigen neuen Elektrorolli bekommt. Dass das jemand entscheiden muss ist gut und richtig, ich sehe ja, wieviel Mißbrauch mit Elektrorollstühlen getrieben wird. Dennoch ist es immer entwürdigend, wenn man begutachtet wird und um Lebensnotwendiges betteln muss. Aber auch das werden wir hinbekommen…

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