Kreislauf (Herbstgedicht)

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Kreislauf
© Patricia Koelle

Silbern spült der Regen Träume
an die Wurzeln müder Bäume.
Gleich des Windes kleine Drachen
schweben wie ein stilles Lachen
kaum fürchtend die Vergänglichkeit
noch die Schwere einer Zeit
deren wundergoldne Blätter
auf des Lebens Bühnenbretter,
leuchten unter unsren Schritten
wie der Zukunft helle Bitten.
Was Erde dichtet nun zur Krume
strebt zum Himmel bald als Blume
entfaltet sich im weiten Raum
zu einem frischen bunten Traum.

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Scherenschnitt: (c) Hilde Bergmann

Weitere Scherenschnitte von Hilde Bergmann in dem Buch:
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Pflanzzeit (Herbstgedicht)

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Scherenschnitt: (c) Hilde Bergmann

Pflanzzeit
(c) Patricia Koelle

In jeder Blumenzwiebel liegt
des Frühlings große Seele
die über alle Fröste siegt
damit er uns nie fehle.

Jede Zwiebel kennt ihr Ziel
ist um den Himmel stets bemüht
der so in fröhlich buntem Stil
bald strahlend uns zu Füßen blüht.

Es vertraun mit jeder Zwiebel wir
der Erde ein Versprechen an:
wir sind auch nach dem Winter hier
und freuen uns daran.

Jede Zwiebel birgt Geduld
wir können von ihr lernen.
Sie gibt der Kälte keine Schuld
weiß an Hoffnung sich zu wärmen.

Jede Zwiebel schläft im Garten
wir pflanzen nichts vergebens:
sie werden unterm Schneebett warten
als Wundersamenkorn des Lebens.

In jeder Zwiebel Träume reifen
durch allen Sturm und Dunkelheit.
Es gilt, wenn wir es nur begreifen
ihr stilles Wort für alle Zeit.

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blume-0481.gif von 123gif.de

Herbstputz (Gedicht)

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Herbstputz
(c) Patricia Koelle

Herbst mit längst vergessenem Wetter,
erzählt vom Wandel, nimmt die Blätter
nun schweigend von den müden Bäumen
hoch aus den kühlen, klaren Räumen,
er faltet alles sorgsam bald in Erde,
verspricht, dass einmal Neues werde
aus allem, was daran am Besten.
Er pflückt die Vögel von den Ästen
sie fern in Himmeln aufzuhängen
in ziehend sehnsuchtsvollen Mengen.

Herbst erntet reich Erinnerungen
die mit dem Sommer nicht verklungen
zu einem langen stillen Reifen.
Noch größer wird der Winter sie begreifen.
Sturm wirbelt Farben durch das Denken
lässt uns nicht jeden Drachen lenken
bläst Staub aus dunklen Lebensecken.
Der Regen spiegelt silbern Fluss der Zeit
ein Nebeltraum gibt hoffnungssanft Geleit,
wenn Frost flammt Abendrot gekonnt
und tiefe Wolke löscht den Horizont.

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Scherenschnitt: (c) Hilde Bergmann

Von Träumen (Gedicht)

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Für alle, die auf diesem Blog so oft nach Gedichten über Träume suchen:

Von Träumen
© Patricia Koelle

Träume läuten lautlos Glocken
Träume sind geheimes Lied
das leicht uns in die Ferne zieht
um wieder nur nach Haus zu locken

Träume zart wie Blumensamen
treiben leise auf dem Wind
ankern hier wie dort geschwind
flüstern eines Liebsten Namen

Träume fallen sanft wie Regen
lassen Hoffnung frisch erblühn
so fließen Ziele neu und kühn
sind uns Fluch, genauso Segen

Träume schleichen durch die Nacht
übernehmen frech das Steuer
reißen uns in Abenteuer
haben morgens nichts gebracht

Träume gaukeln vieles vor
rufen uns auf falsche Fährten
wenn wir uns so gar nicht wehrten
machen sie uns auch zum Tor

Träume sind beweglich Brücken
wenn die Welt uns nicht versteht
für uns gerade gar nichts geht
heilen erst mal sie die Lücken

In Träumen grenzenlos und frei
suchen wir uns selbst zu fassen
was wir mit ihnen tun und lassen
bleibt den Träumen einerlei

Manch Träume leuchten ewig mir
duften Jubelfarben um uns hin
schmecken plötzlich tief nach Sinn
teil glücklich ich ein Stück mit Dir

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Scherenschnitt: (c) Hilde Bergmann

Mehr Gedichte gibt es hier

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