Die Hand des Winters/The hand of Winter

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Noch ein letztes mal streckt der Winter eine knochige Hand nach unseren Blumenbeeten aus wie ein Ertrinkender. Aber es wird ihm nichts nützen!
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Winter grabs our flowerbeds with an icy hand for the last time like a drowning man. But it won’t save him 🙂

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Frohe Ostern/Happy Easter

Ungewöhnliche Osterbilder, aber auch schön. Frohe und gesegnete Ostern, liebe Leser! Ob wir die Eier wohl finden werden?

It won’t be difficult to hide the eggs in Berlin, Germany this year. Happy Easter, dear Readers!

Glück im Winterbett

Auch wenn das Tauwetter nach der langen Zeit wohltuend ist, so hat sich doch mein Denken auf und unter dieser asketischen weißen Decke sehr wohl gefühlt. Ginge es nicht darum, dass mein Liebster mit dem Rollstuhl auch wieder einmal aus dem Haus möchte, könnte es von mir aus noch lange weiter schneien. Ich fühle mich in nördlichen Gefilden wohl, warum auch immer. Karibik habe ich erleben dürfen, doch ein Nordseestrand ist mir jederzeit lieber – und offenbar sogar Berlin, wenn Schnee liegt. Mitten zwischen den Hochhäusern gibt es unberührte, ganz neue Landschaften. Endlos könnte ich darin umherstreifen, die kalte, saubere Luft atmen, das Schwarzweiß genießen, in einer Art wortlosem Glück. In der Ruhe unter der Schneedecke brüten sich Ideen wie von selbst aus, während frische Gedanken auf der weißen Weite in ungekannter Freiheit unterwegs sind. Zeit scheint sich darauf auszudehnen, ist plötzlich verfügbar in Mengen, die im Sommer im Trubel verlorengehen. Von mir aus könnte sie auch stehenbleiben, diese Zeit, ohne dass ich mich langweilen würde. Im Winterschlaf der Natur werde ich hellwach. Es gibt so viele mögliche und lockende Richtungen, zum Jahresbeginn und im Schnee. Die Weite ist offen, die Tage unbeschrieben, alles ist hell.

Versunkene Lichter

Unheimlich, in Berlin in einer solchen Stille aufzuwachen. Ich überlege im Halbschlaf: Bin ich an der Ostsee? In der Lüneburger Heide? Dann fällt mir die gestrige Taxifahrt ein. Von Lichterfelde nach Lübars. Unangesagt warf der Himmel in einem übermütigen Rausch noch einige zusätzliche Schneezentimeter auf die Stadt. Ab dem Kurt-Schuhmacher-Platz wurde es abenteuerlich, wir fuhren wie auf Pudding. Im Scheinwerferlicht blitzten die dichten Flocken als stummer Trommelwirbel. Wenn in Berlin sogar die Straßen weiß sind, wirkt es fremd, verschwommen, werden die gewohnten scharfen Linien aufgehoben, die Motorengeräusche geschluckt. Die sachlich-häßlich-modernen Laternen tragen Pelz obendrauf, bizarre Fransen aus leuchtenden Eiszapfen untenherum und werden zum Kunstwerk, das ihre Hersteller beschämen könnte. Das Glimmen der Weihnachtsbeleuchtung in den Fenstern wirkt müde im Vergleich zum hellen Glanz der Straßenfluchten im Schnee.
In der Afrikanischen Straße wirken ein paar Casinos, Kneipen und zweifelhaften Etablissements in dem Schnneeweiß noch trister als sonst, ansonsten aber hat sich selbst die Autobahn für Augenblicke in ein Märchenland verwandelt. Die Hauptstadt wagt, zu träumen. Sogar auf den Stufen vor den Casinos fällt die Berliner Kodderschnauze zwischen Schimpftiraden der Stille zum Opfer und in eine versehentliche Andacht.
Beim Nachhausekommen fällt mir der Schnee in die Stiefel; damit, dass man in Berlin kniehohes Schuhwerk benötigen könnte, habe ich im Herbst nicht gerechnet. Die Laterne auf dem Gartentor leuchtet durch eine Hülle aus Neuschnee.
Meine Schwester war heute drei Stunden Skilaufen. Im Grunewald. Die Schneehöhe beträgt dreißig Zentimeter und heute nacht werden minus zweiundzwanzig Grad. Wir machen hier keine halben Sachen.
Diese Stadt kann mich noch immer überraschen.

Leuchtende Weihnachten

Mit diesem Bild der Webcam von der Seebrücke Prerow möchte ich euch frohe Weihnachten wünschen. Vor zehn Jahren im Spätsommer standen Peter und ich einmal möwenumtanzt auf ihrem fernen Ende und konnten unser Glück kaum fassen. Momentan ist Peter seit Wochen ans Haus gefesselt weil die Bürgersteige wetterbedingt völlig rollstuhluntauglich sind. Aber glücklich sind wir trotzdem. Es war ein aufregendes, erfülltes und sehr gutes Jahr für uns.
Diese winterliche Seebrücke finde ich wunderbar weihnachtlich. Aus der hellen Ruhe des Schnees zeigt sie wie ein hoffnungsvoll leuchtender Wegweiser in die Zukunft, trifft auf den Himmel, der sich in geheimnisvolle, traumverlorene Nebelschwaden hüllt. Mal sehen, was uns der Himmel, was uns die Zukunft bringen wird. Jetzt verweilen wir, blicken zurück und sind dankbar und voller Nach- und Vorfreude.
Euch allen, die hier hereinschauen, wünsche ich helle, besinnliche, gesunde, fröhliche und gesegnete Weihnachten, Feier-Tage in jeder Hinsicht, und Zuversicht und Träume für das kommende nagelneue Jahr, mindestens soviel wie Schneeflocken unterwegs sind!

Sternenstaub

Heute schien die Sonne, gleichzeitig rieselten feine Flocken, die silbern glänzten als wäre die Luft voller Sternenstaub. Wobei echter Sternenstaub wohl eher grau ist, wie aller Mineralienstaub. Jedenfalls war es zauberhaft!
Aber der Garten und die Straße sind immer noch unter Schneemassen begraben, und es soll weiter schneien.
Da ist es gut, dass das aktuelle Romankapitel, an dem ich gestern schrieb, mich nach Teneriffa auf den Vulkan Teide führte. Da habe ich mich gründlich aufgewärmt 🙂
Mein Roman erzählt mir Dinge über mein Leben, die ich nicht wußte. Das ist spannend. Für mich. Ob das auch auf den Leser zutrifft, wird sich zeigen.
Gespannt bin ich erstmal, wieviel Schnee noch kommt.

Eisbärlin

Diese Bilder sind NICHT in der sibirischen Pampa entstanden, sondern zweihundert Meter entfernt von unserem Haus in Berlin. Es schneit, taut, friert, stürmt, schneit und schneit, Tag für Tag, seit Wochen. Peter kann mit dem Rollstuhl nicht mal mehr auf unsere eigene Terrasse. Die ist eine blanke Eisfläche und ich kriege sie nicht mit der Schaufel zerschlagen. Soviel Salz kann ich gar nicht anschleppen und möchte es auch nicht in den Garten kippen.
Ein Trost ist, dass die Sonne früher aufsteht und auch schon ein wenig Kraft gewonnen hat – wenn sie denn mal für fünf Minuten scheint.

Mit diesen beiden hier warten wir auf den Frühling…

Warmes Schneegestöber

Mit 2 Grad plus ist es auf einmal richtig warm, so warm, dass wir wieder mit Genuß draußen frühstücken konnten. Bloß folgt ein kleiner Schneesturm auf den anderen, so dass ich ständig am Schneeschippen bin. Die Kamera kann das nicht so wirklich einfangen, aber man ahnt das Flockengewirbel. Auf jeden Fall sieht das alles wieder schön frischweiß aus.

Die beiden hier finden das auch recht kuschelig.

So faul wie die bin ich nicht – ich arbeite mich immer mehr in mein Romanprojekt hinein. Aber es ist doch sehr anders als Kurzgeschichten schreiben. Beim Roman habe ich plötzlich soviel Platz, um mich auszulassen. Da habe ich ständig Angst, es könnte für den Leser zu langweilig werden. Ich war es so gewohnt, mich kurz zu fassen. Den letzten Roman habe ich mit fünfzehn geschrieben (Gottseidank hat ihn keiner gelesen). – Überhaupt, diese Zweifel! Bei einer Kurzgeschichte ist das anders. Da stecken zwei, drei Tage Arbeit drin und dann ist sie entweder gelungen oder eben nicht. Ein Roman ist ein ungleich höheres Risiko, ist ein Stück Leben, eine ganz andere Investition – und auch persönlicher. Ich schwanke ständig zwischen Euphorie und Zweifeln. Aber zum Glück kann man ja immer noch daran herumverbessern.

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