Sommergedicht 8 – Frohe Ernte

Ha

Frohe Ernte
(c) Patricia Koelle

Samen treiben hell in Lüften
Pfirsich schimmert rote Wangen
Wind erzählt von Brombeerdüften
Nächte sind zu kurz zum Bangen

Wir haben lang nicht mehr gefroren
Erdbeeren ballen Sonnensüße
Kirschen zieren Kinderohren
Gras streicht kühl um nackte Füße

An Mauern Rosenranken winken
Fruchtsaft heiter uns befleckt
Schmetterlinge Farben trinken
Juliluft nach Kindheit schmeckt

Am Zweig sind Nüsse noch Versprechen
An Ranken lasten Trauben schwer
Der Apfelbaum droht fast zu brechen
Drumherum sind Felder Meer

Reich ernten kann wer Glück begreift
Und in der Leichtigkeit der Tage
In mir erneut Gewissheit reift
Dass ich mit Dir die Zukunft wage

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Sommergedicht 7 – Sommernacht

mond

Sommernacht
© Patricia Koelle

Vollmond wandert Wolkenbahnen
schweres Dunkel schweigt voll Ahnen
reife Felder wispern Schatten
Hitze ließ den Wind ermatten

Ferne raunt Gewitterdonner
wie ein Echo alter Sommer
Freunde gingen, andre kamen
Reihen unvergessner Namen

Durch den Sand huscht kleines Wesen
heimlich meine Spur zu lesen
Träume gingen, Träume kamen
tausend Blüten streuten Samen

Mitternachts treibt Duft von Regen
stille Hoffnung mir entgegen
Liebe ging und Liebe kam
Anfang, der kein Ende nahm

Denken, das der Tag nicht kennt
irrt als Kauz zum Firmament
Fragen kamen, Fragen blieben
flinke Zweifel, stets zu sieben

Zeit schlingt seltsam wirre Bänder
um der Jahre welke Ränder
Mond weilt bis zum Morgen nicht
tausend Sterne bleiben Licht.

mondblumen

Sommergedicht 6 – Sommerliebe

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Sommerliebe
© Patricia Koelle

Mir ist als ob dein Name klingt
aus der Blüte, die im Winde schwingt,
als könnt ich alle Wege wagen
wenn sie nur deine Spuren tragen.

Die Sehnsucht spielt im Meeresrauschen.
Ich möchte meinen Traum nicht tauschen
mich wie der Sommer selbst zu fühlen
mit dir, dort wo die Wellen kühlen,

alle Schätze bergen aus den Tagen
und einfach niemals danach fragen
was die Zukunft wohl verspricht:
was nicht heut ist, zählt noch nicht,

denn heut ist jetzt und ewig gilt
mir dieser Zeit Erinnerungsbild –
dein Kuss, dein Blick, dein Tanz ,dein Wort,
uns wird Glücksheimat dieser Ort.

Der Himmel schickt uns ein Gedicht
aus rosarotem Wolkenlicht,
warmer Sand liegt uns zu Füßen
als wollte uns die Erde grüßen.

drachen

Sommergedicht 5 – Gewitter

gewitter

Gewitter
(c) Patricia Koelle

Wenn Blitzes Schwert und Donnergrollen
den bleiern Abend überrollen,
wenn Amsel schweigt und Eiche zittert
Kaninchen in die Wolken wittert –

wenn Stadtstaub und die Schwüle fliehen,
Sturmwirbel freche Kreise ziehen,
Schauer streng die Blätter beugen
und uralten Kreislauf zeugen –

wenn müde Erde warm befeuchtet
duftend voller Tropfen leuchtet,
von Himmelsgaben neu begründet
erfrischte Lebensfreude zündet –

wenn was man denkt und was man fühlt
vom Firmament mal durchgespült,
so ist das oft der Weisheit Dünger
macht im Geiste manchen jünger:

und ist lichter Morgen hier
geht es der Welt und dir und mir
nachdem es sich so ausgeregnet
als wärn wir uns ganz neu begegnet

Sommergedicht 2 – Junitage

Kopie von FDSC03397

Junitage
© Patricia Koelle

Sonnwendewärts die Zeit verrinnt.
Wiesen wogen grüne Wellen,
zarte Glockenblumen stellen
hellblaue Fahnen in den Wind.

Die Nächte von den Tagen lernten
Sonnenwärme fest zu halten,
lange Träume zu verwalten.
Auf den Feldern ahnt man Ernten.

Im Gebüsch die Nachtigallen
letzte Liebeslieder streuen,
frühe Erdbeern uns erfreuen,
späte Fliederblüten fallen.

Tief kost ich jede Stunde hier
da ich weiß, die Gegenwart
ist einzig jetzt in ihrer Art.
Ich wünsch mir jeden Weg mit Dir.

Schau mit mir, ehe das Glück uns flieht
noch jeden Stern, den man uns schenkt
bevor der Herbst uns einmal lenkt,
in kühle Weiten Sehnsucht zieht.

sternsammler
Scherenschnitt: (c) Hilde Bergmann

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Sommergedicht

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Sommerübermut
(c) Patricia Koelle

Frühlingsvogelsang verklingt
warme Sommerstille fällt
Rosenduft den Wind beschwingt
Junilicht die Nacht erhellt.

Zweifel bis zum Winter fliehen
Ruhe wohnt nun in den Tagen
Träume mit den Schwalben ziehen
lassen neue Wege wagen.

Ich flieg mit Pusteblumensamen
und seh den Wolken ins Gesicht
der Schmetterling kennt meinen Namen
wir teilen uns des Lebens Licht.

Ich feier Schritte, trinke Morgen
leih mir den Himmel ganz allein
möcht noch von jeder Zukunft borgen
fühl mich Welt und All und Sein.

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Eine Leseprobe gibt es hier.

Frühlingshimmelgedichte

April
(c) Patricia Koelle

Heut leichter Frühlingshimmel kündet
davon, dass Grau in Blau meist mündet,
sich stets erneut die Blumen winden
jetzt unverhofft wir Buntes finden.
Auf Eiseskälte folgt stets Mildes
und Schatten sind nur Teil des Bildes.
Ohne Dunkles wär das Helle nicht,
selbst die Wolken sind voll Licht.
Dass unter duftend Firmament
man Lebenswert schnell neu erkennt,
junge Zuversicht die Schritte lenkt
man uns erfrischte Wege schenkt
weil die Gegebenheit der Welt
nun wieder in ein Aufwärts fällt.

Spaziergang
(c) Patricia Koelle

Ich saß gebeugt im Schatten
vergaß, ins Licht zu sehn
da berührte mich ein Aufwind
mahnte sanft, nun aufzustehn.

So folgt ich beschämt, und siehe
der dunkle Berg, vor dem ich stand
war doch nicht so bedrückend steil
wie ich vor Augenblicken fand.

Es war eine Einladung eher
eine sachte Treppe, die lohnte
weil oben als Antwort auf alles
glücksheimatblaue Weite wohnte.

Es erzählten dort Frühlingswolken
leise mir Weises über das Sein
und versprachen hell aus der Höhe:
hier und heut ist die Leichtigkeit dein.

Das wunderschöne Bild zu diesen Gedichten findet sich hier.

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