Sumpffarben/Swamp colors

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Noch sieht alles so kahl aus wie noch nie zu dieser Jahreszeit. Doch im Sumpf finden sich trotzdem lauter verschiedene Farben. Die altersschwache Pappel mitten darin sieht allerdings immer so einsam aus, dass ich mich am liebsten neben sie in den Regen stellen würde und ihr eine gute Geschichte vorlesen.

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Everything still looks bleak, not a green leaf anywhere. But the swamp still offers surprising colors. Only the old poplar tree in the middle always looks so lonely I feel tempted to stand beside it in the rain and read it a good story.

Moorkunst

Auf den Mooren ist gerade jede Menge abstrakte Kunst zu finden, wobei ich nicht von den Schlammflecken auf meinen Jeans rede. Diese Bilder stammen aus dem Seggeluchbecken und dem Herrenholzbecken. Hier schreibt die Erde Geschichten. Wenn das junge Schilf ein wenig höher geworden ist wird man vom Wasser nur noch wenig sehen. Dann behält das Moor seine Geheimnisse für sich und die Insekten- und Froschpopulation genießt ihr unzugängliches Paradies.
Wer genau hinhört, erfährt dennoch einiges, denn das Moor hat eine Stimme. Das Platschen, Gluckern, Singen und Summen hat seine ganz eigene Musik. Da rascheln Wasserratten, Frösche, Ringelnattern, brummen Mist- und Junikäfer, schwirren Libellen und Schwebfliegen, gründeln Enten, baden Stare, stapfen Moorhühner, zwitschern schilfbewohnende Vögel, erzählt das Rohr im Wind.

Glückliche Sommerstunde

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Heute bin ich mal auf dem Rückweg vom Briefkasten den kleinen Umweg zum Herrenholzbecken gegangen. Es waren dreißig Grad, kein Wind ging, aber ein nahes Gewitter lag schwer über der Senke. Unten war kein Mensch, nur ein Grillen- und Bienenchor allerfeinsten Grades. Sie feierten eine Orgie im heißen Gras zwischen duftendem Mädesüß, Klee und Blutweiderich. Ich bin die Böschung hinuntergeklettert wo die Kinder im Winter Schlittenfahren, erstmal fast in den Sumpf gefallen und habe dabei nebst einem blechernen Osterei allerhand Schönes gefunden.

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Erstmal bin ich ins hohe Gras abgetaucht und habe die Perspektive genossen.

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Allein war ich da nicht. Diesen kleinen Weberknecht habe ich ein wenig beneidet um seine versteckte grüne Welt.

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Welcher Pflanze Samenstand das hier ist, weiß ich nicht, aber der umvermutete Stern, aus Sonne und Erde geboren, gefiel mir.

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Dieses Kerlchen habe ich eine Weile beobachtet, er tauchte immer wieder mit großem Eifer in die Blutweiderichblüte wie ein Kind in seine Eiswaffel.

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Na, wo isser jetzt?

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Und dann war der Himmel so dunkel, dass ich ihn noch mit dem Blitzlicht geärgert habe. Das fiel nicht weiter auf, denn geblitzt hat es sowieso. Den Appetit hat ihm das nicht verdorben.

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Das duftende Mädesüß wächst hier reichlich.

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Ebenso lockt natürlich der Klee die Insekten.

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Auf der westlichen Hälfte vom Herrnholzbecken überwiegt das helle Gras. Geht man weiter zur östlichen Seite, zeichnen Binsen dunkle schimmernde Flecken in das hellgrün. Diese leuchtenden Grünschattierungen sind ein beglückender Anblick.

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Der Boden federt unter den Füßen und verschluckt unten in der Senke allen Stadtlärm. Da ist nur Stille und Insektengesumm. Noch weiter zum Ostende hin wird es immer wilder. Das Gras verschwindet, statt dessen wuchern weiße Winden, schlingen sich um alles bis die über zwei Meter hohen Rohrkolben beginnen, in denen der Wind flüsternd Geschichten erzählt.

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Dann bin ich zwischen den Birken die Böschung wieder hochgeklettert, obwohl ich da unten Stunden hätte verbringen können in der stillen grünen Welt.

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Ich habe übrigens für diesen Ausflug meine acht Jahre alte 3 Megapixel Kamera rausgekramt. Sie macht bei Grüntönen und Nahaufnahmen immer noch die besten Bilder. Trotz ihres winzigen Displays und einer Auslösezeit von 7 Sekunden.

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