Ein magischer Beginn…

… schien es mir heute morgen, als ich lauter Grün im Garten fand, das über Nacht unter den ewigen Schneemassen aufgetaucht war. Eine fast vergessene, vertraute Welt war plötzlich wieder greifbar und ein Frühling wieder möglich, auch wenn es noch ein Weilchen dauert.
Das Feuerwerk gestern war vor der Schneekulisse allerdings auch sehr schön.
Aber dass nun vor dem nächsten Frost alles für einen Moment ins Fließen kommt und aufatmet macht Mut und passt wunderbar zum Datum, zu einem Anfang.

Auf einem meiner Lieblingsblogs bin ich auf diese schöne
Einstimmung auf das Jahr 2011 gestoßen. Ein Besuch dort lohnt sich.

Ich finde es immer wieder faszinierend und beglückend, dass man so einfach – jedenfalls soweit man weiß – ein ganzes neues Jahr zum Erleben und „Befüllen“ geschenkt bekommt.

Euch allen ein tolles 2011!

Schneeglöckchenalarm

Unversehens Schneeglöckchen. Sie läuten noch nicht, zeigen aber pfeilgerade auf einen Himmel, der nach der schweren Froststarre plötzlich schon im Februar frühlingshaft sich selbst überrascht. Hemd mit kurzen Ärmeln zum ersten Mal in diesem Jahr, sich leicht fühlen, freiwillig frösteln dürfen, gemächlich frühstücken in der Sonne bei Vogelzwitschern. Atem geht tiefer, Worte steigen. Der Zaunkönig macht seiner Angebeteten den Hof, die Krähe hat einen Aufwind gefunden, die Amsel fragt die Buche nach einem Nistplatz. Schneereste türmen sich und sind doch fast schon nicht mehr da. Die Erde trägt im wiederauferstandenen Gegenlicht leuchtende Ränder aus flüssigem Eis, silbernem Feuer. Stiefmütterchen tauchen aus dem schweren Weiß wie eine Erscheinung, jung und saftig grün: War was? fragen sie unbekümmert, knospen drauflos. Der Boden duftet einen Hauch Wärme.
Ein guter Tag: die erste Ernte in diesem Jahr, vielschichtig und funkelnd, unerwartet und atemlos glücklich.

Und bald wird mein Garten wieder aussehen, wie ihn einst Thomas Hentschel prophetisch für mich zeichnete, ehe ich den Garten kannte:

Tauwetter (Vorfrühlingsgedicht)

Tauwetter
(c) Patricia Koelle

Noch kühlt der Schnee
das schnelle Leben,
es ruht die Spree
im Großstadtstreben.

Weiß stäubt Kinderübermut.
Die Schwäne frösteln still.
Alte suchen Glühweinglut,
doch junges Grünen will:

denn etwas sprießt
nebst eisig Litze –
wie Frühling liest
sich Grases Spitze.

Winterling ist schon befugt
damit es heller werde,
Schneeglöckchen freundlich lugt
aus aufgebrochner Erde.

Gegen Murren
hebt sich Ahnen
von Fliegensurren,
Wolkenfahnen.

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