Mauerstücke – Rezensionen

Auf Amazon gibt es bereits die ersten Rezensionen zum Buch „Mauerstücke„.

1)
5.0 von 5 Sternen. Mauerstücke: Menschen statt Politik, 14. Mai 2009
Von Kellex.
„Mauerstücke“ ist wirklich ein buchstäblich wundervolles Buch. Es berührt, macht nachdenklich und transportiert die unbeschreiblich freudigen Emotionen rund um den 9. November 1989 in die Gegenwart.
In dieser Sammlung von Kurzgeschichten ist es wirklich gelungen die Geschehnisse des Mauerfalls nicht wie so oft von der historisch-politischen Seite aus darzustellen, sondern die ganz individuell erlebten menschlichen Geschichten zu erzählen.
Außerdem ist dieses Buch auch ein Symbol für das immer weiter voran schreitende Einreißen der Mauer in den Köpfen der Menschen aus beiden teilen Deutschlands. Denn sowohl die beiden Herausgeberinnen als auch die anderen Autoren sind bunt gemischt, „Ossis und Wessis“.

2)
5.0 von 5 Sternen. 20 Jahre Mauerfall – Schlaglichter auf die Geschichte, Schlaglichter auf uns, 18. Mai 2009
Von pickinese
Pünklich zum Jubiläum des Mauerfalls versammelt dieses Buch Texte von verschiedensten AutorInnen, die ihre ganz ureigenen Sicht- und Geschichtsweisen auf den Lauf der Dinge präsentieren.
Und während landauf, landab anlässlich der erstaunlich runden Zahl ins politische Horn gestoßen wird, bietet dieses Buch die Gelegenheit, sich ganz persönlich diesem Ereignis zu nähern.
Den Herausgeberinnen ist es dabei gelungen, die unterschiedlichsten Stimmen zu versammeln, Frauen und Männer, jung und alt aus Ost und West. So erfährt man bei der Lektüre nicht nur etwas über Geschichte und sich selbst, sondern kann nebenbei noch auf Textperlen stoßen, die einem lange im Gedächtnis bleiben werden.
Ein rundum gelungener Band.

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Die Mauer für junge Menschen begreifbar machen

Wer ein Referat oder einen Aufsatz zur Berliner Mauer, zum Leben damit und den Geschehnissen um ihren Fall schreiben muß, findet im Taschenbuch „Mauerstücke – Erinnerungsgeschichten“ jede Menge spannenden Stoff. Ebenso, wer einfach nur etwas darüber erfahren will. Oder lebendigen Unterricht zu dem Thema machen möchte.
Viele, die damals jung waren, kommen hier zu Wort. Ein Junge erzählt, wie er damit umging, als nicht nur sein Fußball sondern auch sein neuer Turnschuh nicht über irgendeine sondern über DIE MAUER flog. Ein anderer, wie er am 9. November 1989 mit seiner Familie ins Kino ging und eine völlig veränderte Welt vorfand, als er nach dem Film herauskam. Wieder ein anderer berichtet, wie er an diesem Abend den historischen Moment erlebte, als die Schlagbäume sich öffneten und man nicht nur von Ost nach West sondern auch in umgekehrter Richtung durch die Stadt spazieren konnte, für Berlin bisher undenkbar. Eine Kindheit im ummauerten Berlin (West) wird beschrieben und die Sehnsucht eines Mädchens nach ihrer untergegangen Heimat im Ostteil. Ein anderes Mädchen schenkt den Wachsoldaten einen Käsekuchen, was gar nicht so einfach war.
Eine Jugendliche berichet von ihren Erfahrungen an der Grenze zwischen beiden Deutschlands:

Leseprobe aus „Tonträger im Turnschuh“
von Birgit Jennerjahn-Hakenes:

„Wie viele Tonträger haben Sie dabei?“, fragte die Volkspolizistin meinen Vater, der inzwischen selbst am Steuer saß.
„Keine“, antwortete mein Vater selbstbewusst.
„Ich höre es doch!“, sagte die Volkspolizistin, und ihre Augen weiteten sich zu einer gefährlichen Größe.
Ich saß auf der Rückbank, wie immer, und hörte James Last. Ein Auto mit Kassettendeck, Wahnsinn, und mein Vater hatte keine bessere Idee gehabt, als an der Grenze James Last einzulegen. Wenn ich dann noch bedenke, wie es weiterging… Wären es die Stones gewesen … Naja, wer weiß, ob ich dann heute hier säße, oder noch immer hinter Gittern der längst vergessenen DDR.
Ein Fingerzeig: „Da!“ Aber kein fröhliches „Da“ eines Kleinkindes, das die Sprache und die Welt entdeckte. Nein, ein drohendes „Da“.
„Ach so, Sie meinen die Kassetten. Entschuldigung, daran habe ich nicht gedacht.“
„Das heißt Tonträger. Fahren Sie in die BRD zurück!“
„Ich schmeiße die Kassetten gleich hier weg!“
Toll, mir wurde die Volkspolizistin (im Geiste nannte ich sie nun liebevoll Vopo) fast sympathisch.
„Das heißt Tonträger. Fahren Sie in die BRD zurück!“
„Ich schenke Ihnen die Kassetten!“
„Das heißt Tonträger. Fahren Sie in die BRD zurück!“
Mein Vater fuhr.
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Auch von junger Liebe ist die Rede: von einer, die gar nicht erst zustande kam, weil im entscheidenden Augenblick die Mauer errichtet wurde. Und von einer, der der kalte Krieg keine Chance ließ und die dennoch nicht ganz zerstört wurde.
Der bekannte Mauerkünstler Thierry Noir schließlich erzählt, wie er mit Graffiti gegen die Diktatur vorging.
All diese und viele andere spannende Texte finden sich in:

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Aus dem Geleitwort von André Schmitz, Staatssekretär für Kultur beim Regierenden Bürgermeister von Berlin:
„Diese Geschichten sprechen die Menschen in anderer Weise an und machen das Lebensgefühl einer versunkenen Zeit nachempfindbar. Dieses Buch kann dabei helfen, Jugendlichen zu vermitteln, wie es damals war, weil es ganz andere Erzählperspektiven eröffnet, als sie gemeinhin jungen Menschen zum Thema präsentiert werden.“

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