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Das Goldene Weihnachtsbuch

Ein Weihnachts-E-Book mit den allerschönsten Geschichten aus dem für seine frischen Weihnachtsgeschichten bekannten Ronald-Henss-Verlag. Wer auf der Suche nach Weihnachtsstimmung oder nach Geschichten zum Vorlesen für Feiern oder seine Kinder ist, wird hier garantiert fündig.

Leseprobe aus: „Die Überraschungskugeln“ :
…Fietje hatte seit einer Ewigkeit keinen Baum mehr in seiner Stube gehabt. Er machte sich einen Grog und versuchte, sich auf den Abendkrimi zu konzentrieren. Aber der Baum störte ihn. Es war, als stünde da jemand.
„Was mach ich nu mit dir?“ Fietje schaltete zunächst die Lichterkette aus, doch das machte den Anblick trostlos, also montierte er sie ganz ab. Als er sie in einer Ecke in der Besenkammer verstecken wollte, fiel ihm ein Umschlag mit bunten, wertlosen Briefmarken in die Hand, die ihm aus unerfindlichen Gründen einmal jemand zum Julklapp geschenkt hatte. Er hatte nie Briefmarken gesammelt. Doch nun schüttete er den Umschlag auf den Tisch, feuchtete die Marken mit einem Schwamm an und klebte sie auf die dicken, einförmigen Kugeln. Nun gefielen sie ihm schon besser.
Kerzenhalter für den Baum fand er nicht mehr, also bastelte er welche aus Wäsche- und Büroklammern und befestigte fünf Bienenwachskerzen auf den Zweigen.
Jetzt ging es ihm besser, und er bekam noch mit, wer der Mörder gewesen war.
Am nächsten Tag war Heiligabend. Fietje drehte die Weihnachtsmusik im Radio auf, aß Plätzchen, die ihm die Hanna von nebenan gebracht hatte, und sah auf das Leuchten der Kerzen. Was war in diesem Jahr eigentlich so gut gewesen, dass die Kerzen einen Grund hatten, dermaßen zu strahlen? In letzter Zeit machte sich in seinen Erinnerungen ein Nebel breit, dessen immer dichteres Grau alles verschluckte, was vor kurzem gewesen war. Er konnte sich an die Rosinen in seiner Schultüte von vor fünfundsechzig Jahren erinnern und an die braungebrannten Knie des Nachbarmädchens, mit dem er damals spielte, aber nie an das, was er am Tag zuvor gegessen hatte. Er vergaß, was der Wetterbericht behauptete, und dass er mit den Skatbrüdern verabredet war. Was für ein Sommer es gewesen war, nasskalt oder trocken, wusste er nicht mehr.
Von dem ganzen Jahr schien nichts übrig geblieben zu sein, außer dass er eine Zahnlücke mehr hatte. Es machte ihm Angst. Vorsichtig streckte er die Hand nach der Wärme der Kerze aus. Sie tat ihm wohl.
Später pustete er die Kerzen sorgfältig aus und ging früh ins Bett, denn am ersten Feiertag war er mit Arno und Piet zum Skat verabredet. Diesmal vergaß er es nicht, weil er einen großen Zettel an den Kühlschrank geklebt hatte.
Arno polterte herein, zeigte auf die Kugeln und lachte herzlich. „Klasse, Storri, wenn du die nicht mehr brauchst, kannst du sie auf die Post bringen.“
Piet hatte weihnachtsgrünes Pistazieneiskrem mitgebracht. „War im Angebot“ erklärte er. „Ist ein bisschen viel, fünfundzwanzig Kugeln, aber der Rest kann bis zum nächsten Treffen in dein Eisfach. Du hast ja nie was drin.“
Sie gaben ihm einen Nachmittag voller Gelächter. Fietje vergaß den lauernden Nebel. Wie er andere Dinge vergaß. Aber er erinnerte sich an seine Jahre auf dem Krabbenkutter, von denen Piet und Arno, die jünger waren als er, erzählten.
Später an der Haustür klopften ihm beide herzlich zum Abschied auf die Schulter. „Na denn, Storri, auf dass das neue Jahr ein Gutes wird!“ Die Winternacht verschluckte ihre nicht mehr ganz sicheren Schritte, nur Fetzen eines Seemannsliedes trieben noch zu Fietje hin, der Mühe damit hatte, die verzogene Tür zu schließen.
Ein ganzes neues Jahr. Ob das nicht zuviel für ihn war? Er schob die Zweifel beiseite und hoffte, dass der Nebel wenigstens auch sie verstecken würde.
An diesem Abend war er froh über die Gesellschaft des Weihnachtsbaums. Sie hatten sich aneinander gewöhnt.
Als er am nächsten Morgen die Küche aufräumte, fand er…“

Jede Menge Weihnachtsbücher

Hier gibt es einen Blog mit Infos über jede Menge wunderschöner Weihnachtsbücher und hier einen über Weihnachts-eBooks. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei – ob Sie etwas für Kinder suchen, Adventskalender zum Vorlesen, Gedichte zum Vortragen oder verschenken, kurze Geschichten für die Betriebsfeier oder ein Geschenk für Julklapp oder die Schwiegermutter, ob traditionell, nagelneu, lustig, kritisch oder besinnlich.

Engel vor dem Fenster (Taschenbuch)

Engel vor dem Fenster (Taschenbuch)

„…Es wurde rasch dunkel, Ferdi wandte sich endgültig zum Gehen, zuckte zusammen. Hatte der weiße Fuß des Engels nicht eben ungeduldig – oder unglücklich – gewippt? Quatsch, es war nur die Ohrenklappe seiner Mütze gewesen, die sich im Wind an seinem Augenwinkel bewegt hatte. Aber jetzt fiel ihm etwas anderes auf. In der Erde steckte ein Schild: „Denkmalpate gesucht! Bitte melden Sie sich bei der Friedhofsverwaltung.“
Ferdi wollte jetzt nur noch nach Hause. Seine Füße froren und sein Magen dachte an das frische Brot und seinen Lieblingskäse, der zuhause auf ihn wartete. Der Weg wurde ihm lang. Als er die Haustür aufschloss, hatte er den Engel schon vergessen.
Mitten in der Nacht schreckte er auf. Hatte ihn nur das Licht eines Scheinwerfers geweckt, der draußen vorbeihuschte? Der unerbittliche Motor eines frühen Streufahrzeugs? Oder war es sein Traum gewesen? Es schien ihm, als sei der wichtig gewesen. Er bemühte sich, die Fetzen der Erinnerung daran zusammenzusetzen. Der Engel! Es war das Gesicht des Engels mit der schwarzen Nase. Es war ganz dicht vor seinem gewesen. Der Engel hatte ihn angesehen –oder doch nicht? Dann war da der Fuß. Er hatte gewippt, in Wirklichkeit bestimmt nicht, aber im Traum auf jeden Fall. Energisch gewippt, fast so, als wollte der Engel Ferdi einen Tritt geben.
Das Schild sah Ferdi auch immer noch vor sich. „Denkmalpate gesucht!“. Im Traum war Schnee in die Buchstaben gefallen, so dass sie funkelten.
Pate für einen Engel? Ging das? Waren es nicht die Engel, die für die Menschen zuständig waren? Kopfschüttelnd wickelte sich Ferdi wieder in seine Decke…“

Wenn Sie wissen möchten, warum dieser Engel nicht nur mit dem Fuß wippt, sondern einem Journalisten einen Tritt verpaßt: Das ist ein Auszug aus der Geschichte „Pate für einen Engel“, die Sie in dem Buch „Engel vor dem Fenster“ finden.

Wie man der Liebe und einem Wünschwas begegnet

Tegeler Fließ

Sind Sie schon einmal einem Wünschwas begegnet?

„…Verwirrt schaute Udo sich um. Im ersten Moment glaubte er, dass jemand einen Schneeball nach ihm geworfen hatte, aber nein, dafür war dieses Etwas viel zu schnell gewesen und zu hart gelandet.
Vorsichtig ging er näher und sah ein Männlein aus einem Einschlagkrater kriechen. Es rappelte sich auf, hustete und klopfte sorgfältig den Schnee von seinem blauen Mantel. Danach strahlte es Udo an. „Hallo!“…
Vor Weihnachten ein Wünschwas zu treffen, macht das Leben leichter. Oder etwa doch nicht?
Diese humorvolle, überraschende und weise Geschichte von Sabine Ludwigs ist auch dann ein Geschenk, wenn einem eine solche Begegnung nicht vergönnt ist.
In dem Buch „Weihnachtsgeschichten Band 3“ gibt es noch zwei weitere bezaubernde Geschichten von ihr sowie Geschichten von weiteren Autoren.

Auch von mir sind drei Geschichten enthalten. Eine erzählt von dem Beginn einer Liebe, die es ohne Weihnachten nie gegeben hätte:

Weihnachtliche Schatzsuche
Patricia Koelle

„Jana Dessin konnte sich nicht vom Fenster losreißen. Eigentlich war es kein Tag, an dem man freiwillig hinaus schaut. Es war Mitte Januar, kalt, windig und traurig grau, denn es lag kein Schnee. Auf der Straße war nur unterwegs, wer es nicht vermeiden konnte. Bis auf den Mann, den Jana nun schon eine Weile beobachtete. Er hatte einen dunklen Haarkranz mit eleganten weißen Schläfen, und einen Bart, in dem sich das Weiß mit dem Dunkel mischte. Schlank und aufrecht war er, aber sie vermutete, dass er genau wie sie auf die Sechzig zuging. Sie beobachtete ihn jedoch nicht, weil sie ihn attraktiv fand, sondern weil sie zu gern gewusst hätte, was er da nur trieb. Es sah aus, als ginge er Gassi mit einem Hund, der an jedem Baum stehen blieb, nur: sie konnte keinen Hund entdecken. Gestern schon war ihr dieses seltsame Verhalten aufgefallen. Kurz entschlossen zog sie ihre Jacke an und ging hinunter. Eigentlich hatte sie sowieso einen Spaziergang machen wollen, sie hatte sich nur nicht aufraffen können. Als sie aus der Haustür kam, stand er gebückt über einem der weggeworfenen Weihnachtsbäume, die in Haufen an der Bordsteinkante lagen, und tastete darin herum…“

„Die Wunschkerzen“ erzählt davon, wie uns nahestehende Menschen, die nicht mehr da sind, auf geheimnisvolle Weise dennoch anwesend sein können:

„…Das Geschichtenerzählen begann nach der Bescherung. Sämtliche elektrischen Lichtquellen im Haus wurden ausgeschaltet, selbst das Aquarium und die Küchenlampe, die sonst durch den Flur geschimmert hätte. Dann suchte sich jeder von uns unter den über dreißig Kerzen eine aus, von der er glaubte, dass sie als letzte verlöschen wurde. Meine Eltern, Oma Rena, die eine oder andere anwesende Tante, mein Bruder, meine Schwestern, jeder traf seine Wahl mit Gründlichkeit und Bedacht. Ich hatte es da meist am Leichtesten; irgendeine bestimmte Kerze schien mich jedes Mal anzuzwinkern als sei eine Freundschaft zwischen uns. Allerdings habe ich nie Recht behalten.
Nach etwa zwei Stunden waren die ersten Kerzen aus, aber es dauerte stets noch eine weitere Stunde, bis auch die letzte Flamme das Wachs aufgebraucht hatte. Mit jeder, die das Dunkel verschluckte, mehrten sich die Schatten und die Geschichten wirkten geheimnisvoller, bis auch das Erzählen verlöschte und wir nur noch mit fast angehaltenem Atem auf die tapfersten Kerzen blickten.

Und in
„Wenn Weihnachten einen Haken hat“ wird das Geheimnis gelüftet, was jemand fangen kann, der mit einer Angel ohne Köder an einem zugefrorenen Fluß sitzt.

„…Fips formte einen Schneeball, warf ihn an den Stamm einer Kiefer und malte versonnen mit dem Finger ein Gesicht hinein. Die Weihnachtsbäume seiner Kindheit würde ohnehin niemand mehr hinbekommen. Nur zarte Strohsterne und weiße und durchsichtige Kugeln wie Seifenblasen, ein klein wenig Lametta und ein paar geschnitzte Holzfiguren. Echte Äpfel. Und der Duft, der in den Zweigen hing, fast als könne man ihn sehen, wie Spinnweben.
Als er weiterging, entdeckte er den Mann. Gebeugt saß der im Schnee auf der Böschung, in einen langen Mantel gehüllt, und starrte unbewegt auf den Kanal. Neben ihm steckte eine Angel in einem Schneehaufen. Fips wusste, dass es Angler gab, die ein Loch in das Eis bohrten und im Winter die besten Fische herausholten. Doch die saßen für gewöhnlich nicht an Heiligabend nachts um einundzwanzig Uhr am Wasser. Und vor allem nicht, wenn gar kein Loch im Eis war. Die helle Fläche war ungebrochen, und der Haken baumelte wurmlos wenige Zentimeter darüber.
Fips blieb stehen. „Frohe Weihnachten! Kann ich Ihnen helfen?“…

Und wer die letzte Geschichte in dem Buch nicht liest, bleibt ein klein wenig ärmer als nötig. Sie stammt aus der Feder Nicole Dallingers und erzählt von einem kleinen Jungen, der einen dringenden Brief an das Christkind schreibt und an Heiligabend eine Antwort bekommt, die jeder von uns schon einmal gesucht hat. Eine Leseprobe dieser Geschichte findet man hier.

Wer noch mehr über das Buch erfahren möchte, findet eine ausführliche Zusammenfassung hier.

Weihnachtslampenfieber

Bei mir dauert die Aufregung vor Weihnachten immer etwas länger. Früher kribbelte es ab dem ersten Türchen im Adventskalender, aber so richtig erst wenn wir vor der großen Schiebetür saßen und auf das helle Klingeln des Weihnachtsglöckchens warteten, dass bedeutete: wir dürfen endlich ins Weihnachtszimmer!
Jetzt aber fängt das schon im Oktober an, denn ich bin so gespannt, ob ein paar Leute mein Buch „Der Weihnachtswind“ kaufen und meine Geschichten irgendwo Weihnachtsstimmung verbreiten. Das ist so eine Art Lampenfieber. Mit dem Buch habe ich mir einen großen Traum erfüllt. Für mich war und ist Weihnachten immer ein verlässliches Wunder voller Wärme und Leuchten, Duft, frischgebackenen und bemalten Plätzchen und kleinen, selbstgebastelte Überraschungen. Eigentlich gab es früher immer nur selbstgemachte Sachen, jedenfalls von uns Kindern, Gekauftes war verpönt. Und nun habe ich ein Buch „gemacht“, das anderen ein wenig von dem geheimnisvollen Leuchten abgeben soll, das mir in all den Jahren geschenkt wurde und immer noch geschenkt wird, vor allem von Peter, meinem Mann. In dem Buch gibt es kurze Geschichten, Vorlesegeschichten, Geschichten für Kinder und Geschichten für Erwachsene. Am Ende steht sogar noch eine Silvestergeschichte.

Eine ausführliche Beschreibung gibt es hier.
Ich habe alles in das Buch hineingesteckt, was ich an Weihnachten so liebe. Aber das kann ja keiner wissen. Niemand kennt mich. Ich bin nur ein kleiner Weihnachtswichtel unter vielen anderen. Aber ich hoffe trotzdem, dass ein paar Geschichten ihren Weg finden und irgendwem ein kleines Licht anzünden. Ich werde das noch auf meinen Wunschzettel schreiben.

Diese Engelstrompete blüht noch im Garten, aber sie scheint mir schon ein klein wenig von Weihnachten zu verkünden. Schließlich überlege ich auch schon, welche Geschichte ich dies Jahr für die Vereinsfeier verwenden kann und welche für Peters Kollegen.

A propos frischgebackene und bemalte Plätzchen, hier gibt es ein Rezept:

Diese Plätzchen muß man möglichst früh backen, denn je länger sie liegen, desto besser schmecken sie. Allerdings muss man sie dazu gut verstecken. Denn sie duften mit der Zeit immer verlockender.
Auf dem dortigen Weihnachtsforum werden übrigens noch jede Menge Beiträge gesucht – Rezepte, Bastelanleitungen, Bilder, alles, was mit Weihnachten zu tun hat.

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